Transkript:
Moritz: Ein zeitlich angemessener begleiteter Bildschirm Konsum, wo die Eltern darauf achten, dass das Kind nicht überfordert wird, muss nicht schaden. Aber das ist nicht der Alltag in den Familien, deren Kinder dann auffällig werden.
Ralf: Es ist Montag, der 15. Juni 2026. Und wie kann es schöner sein? Es handelt sich um einen Medienerziehungs-Montag.
Moritz: Und das ist der Grund für eine neue Folge von "Was mit Medienerziehung" Dem Podcast von Smiley e.V. Für alle Eltern und Fachkräfte, die sich aus welchen Gründen auch immer für Medienerziehung interessieren.
Ralf: Wir berichten in diesem Podcast über unsere Eindrücke und Erfahrungen aus Workshops mit Schulklassen zum Thema Mediennutzung oder Elternveranstaltungen und Fachkräfte Fortbildungen zum Thema Medienerziehung. Mein Name ist Ralf Willius.
Moritz: Und mein Name ist Moritz Becker.
Ralf: Wir starten in diese Folge mit der Frage nach den Rückmeldungen zur letzten Folge. Wie immer.
Moritz: Wir haben in der vorletzten Folge darum gebeten, uns einmal zurück zu melden, ob auch Kinder und Jugendliche unseren Podcast hören oder ob es nur die Eltern in den Familien sind. Neben Fachkräften und bis auf eine oder zwei Rückmeldungen haben wir wirklich keine Rückmeldungen von Eltern bekommen. Dafür allerdings von Fachkräften, die uns geschrieben haben, dass sie genauso gespannt sind wie wir, ob nicht nur Eltern unseren Podcast hören, sondern auch deren Kinder.
Ralf: Und das heißt jetzt?
Moritz: Naja, das kannst du so interpretieren, dass entweder viel weniger Eltern unseren Podcast hören als wir annehmen, sondern viel mehr Fachkräfte. Oder dass die Eltern, die uns zuhören, uns nicht schreiben wollen, ob die Kinder mit zuhören oder.
Ralf: Ob sie uns generell nicht gerne schreiben wollen.
Moritz: Ja, das kann auch sein. Wie auch immer. Warten wir mal ab. Unsere Idee war, dass wir in Zukunft bei Bedarf in unseren Podcasts auch so kleine Beiträge einbauen, wo wir uns dann ganz gezielt an Kinder und Jugendliche richten. Wenn es denn so ist, dass in den Familien eben nicht nur Eltern den Podcast hören. Aber dazu kann man zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht so richtig viel sagen.
Ralf: Dann starten wir ins heutige Thema. Moritz, ich möchte mit dir darüber sprechen, dass die Bundesfamilienministerin Karin Prien ein striktes Verbot von digitalen Medien für Kleinkinder fordert. Auf der einen Seite sagt sie, dass es ein genereller Standart sein müsste, dass Kinder unter drei Jahren keinen Zugang zu digitalen Medien hätten. Gleichzeitig sprach sie aber über gesetzliche Regelungen, mit denen sie dann tatsächlich Eltern verbieten möchte, digitale Medien, mitunter 3-jährigen zu nutzen. Ich interpretiere das, was sie da gemacht hat, eher als so ein Vorstoß.
Moritz: Ich würde das interpretieren. Also diese Forderung ist auch ein bisschen populistisch. Also wie soll das funktionieren? Wer will denn das kontrollieren?
Ralf: Nein, wieso? Ist es doch Eltern von unter 3-jährigen ja auch verboten, ihre Kinder zu schlagen.
Moritz: Und du darfst auch Kinder über drei Jahren nicht schlagen. Du darfst gar keine Kinder schlagen.
Ralf: Entschuldigung. Ich wollte nur sagen, dass es Gesetze gibt, die Familien betreffen, um Kinder zu schützen. Und ich glaube, dass es nicht populistisch war, dass man irgendwann mal eingeführt hat, dass Eltern ihre Kinder nicht schlagen dürfen.
Moritz: Nein, keine Frage. Wenn im Kindergarten oder wenn das Personal im Kindergarten den Eindruck hat oder wirklich davon ausgehen muss, dass ein Kind zu Hause geschlagen wird, dann muss entsprechend das Jugendamt eingeschaltet werden. Da gibt es dann ein Prozedere, damit umzugehen. Mir fällt es aber total schwer, mir jetzt vorzustellen, dass bei einer Nutzung von digitalen Medien das dann genauso umgesetzt werden würde. Das würde ja heißen, dass wenn in einer Kita der Verdacht im Raum steht, dass ein Kind zu Hause das Tablet der Eltern benutzen darf, dann müsste da irgendwie eine 8a Meldung ans Jugendamt. Keine Ahnung. Also mir kommt das jetzt gerade so unrealistisch vor.
Ralf: Naja, weil du vermutlich der Meinung bist, dass das man körperliche Gewalt gegen Kinder nicht mit den Folgen einer unangemessenen Nutzung digitaler Medien.
Moritz: Nein.
Ralf: Vergleichen kann.
Moritz: Das oder das weiß ich gar nicht. Also ich glaube mir geht es einfach nur darum. Ich finde diese Kultur im Moment Probleme im Großwerden von Kindern und Jugendlichen einfach nur durch Verbote regeln zu wollen. Das finde ich irgendwie nicht richtig. Also der Ansatz, der stört mich.
Ralf: Aber ich möchte auf jeden Fall mit dir darüber sprechen. Ist es problematisch oder wie problematisch ist es, wenn unter 3-jährige Kinder Bildschirmmedien nutzen? Es gibt einige wissenschaftliche Studien, die belegen können, dass Kinder, die so viel Zeit mit digitalen Medien verbringen, ja länger brauchen, um sprechen zu lernen.
Moritz: Ich würde es, ich würde es anders formulieren. Ich würde es so formulieren, dass der Forschungsstand eher ist, dass es da einen Zusammenhang gibt.
Ralf: So meinte ich das letztlich auch. Es gibt einen Zusammenhang zwischen viel Zeit, die am Bildschirm verbracht wird mit einer verzögerten Sprachentwicklung. Kinder, die sehr früh viel mit digitalen Medien verbringen, fallen häufiger mit Verhaltens oder Aufmerksamkeitsproblemen auf und schlafen schlecht.
Moritz: Und hier kann man eigentlich direkt verweisen auf unsere vorletzte Folge, als es darum ging, wie viel Bildschirmzeit für ältere Kinder und Jugendliche richtig ist. Und das gilt im Prinzip auch für Kinder unter drei Jahren. Also wenn Kinder viel Zeit mit Medien verbringen, kommen unter Umständen andere Dinge zu kurz.
Ralf: Das heißt, auch bei Kleinkindern wird es so sein, dass Kinder sich zu wenig bewegen, weil sie zu viel Zeit mit Medien verbringen.
Moritz: Eigentlich ist es ganz offensichtlich ein Kind, das die ganze Zeit am Tisch mit dem Tablet sitzt, wird dadurch vermutlich nicht laufen lernen.
Ralf: Ja, und was ist da am Tisch? Macht ist wahrscheinlich aber auch egal, ob es Memory spielt oder ein Film auf dem Tablet guckt, bei beiden lernt es nicht unbedingt besser laufen.
Moritz: Okay, ich glaube ich würde es aber trotzdem. Ich würde da einen Unterschied machen. Also wenn jetzt ein Kind mit den Eltern am Tisch sitzt, so wie du das gerade gesagt hast und mit den Eltern zusammen ein Buch anguckt und dabei mit den Eltern spricht, dann steigt zum einen die Bindung zu den Eltern, was in dem Alter sehr wichtig ist. Zum anderen lernt es dabei einfach auch zu sprechen und all diese ganzen Geschichten. Und das wäre nicht so, wenn es die gleiche Zeit mit einem Video auf dem Tablet verbringt. Am Tisch.
Ralf: Ja, aber es lernt dabei nicht besser zu laufen oder wenn es schon laufen kann, meinetwegen andere Bewegungsabläufe oder so, wobei es für Kinder auch nicht gut wäre, wenn sie sich den ganzen Tag bewegen würden. Kinder brauchen ja auch ruhige Aktivitäten.
Moritz: Okay. Wenn jetzt die Eltern wirklich den ganzen Tag mit dem Kind Bücher angucken würden, dann wäre das bestimmt auch ein Problem im Sinne von Laufen lernen, Bewegungsmangel. Das ist aber nicht die Realität. Von daher glaube ich, dass man schon sagen kann, dass es viele Beschäftigungen für Kleinkinder gibt, die zwar effektiv auch zu einem Bewegungsmangel führen könnten, aber dabei gleichzeitig so viele positive Effekte haben, die auch sein müssen. Das heißt meinetwegen beim Vorlesen. Alles, was mit Spracherwerb zu tun hat, mit Bindungen usw. Und wenn ein Kind am Tisch sitzt und malt, meinetwegen. Dann werden ganz viele motorische Fähigkeiten trainiert, die du auch brauchst. Auch wenn das Kind dann nicht unbedingt laufen lernt. Oder ein Kind, das sich alleine ein Bilderbuch anguckt. Das profitiert auch auf unterschiedliche Art und Weise.
Ralf: Kann ein Kind denn da nicht auch von einem Video profitieren, dass es auf dem Tablet guckt? Also du willst ja jetzt nicht sagen, dass die Beschäftigung mit einem Video auf einem Tablet nur problematisch ist, weil das Kind nur meinetwegen dabei nicht sprechen lernt und sich nicht bewegt? Beim Ausmalen eines Bildes lernt es auch nicht sprechen, wie du gerade überlegt hast.
Moritz: Also da habe ich auch drüber nachgedacht und bin für mich zum Ergebnis gekommen, dass ein Kind bei einem gut gemachten Video oder meinetwegen sehr einfachen Geschichten oder Liedern oder so kann es durchaus auch einzelne Wörter kennenlernen oder Laute lernen. Ich glaube schon, dass das geht. Also Spracherwerb durch entsprechend wirklich gut gemachte Apps. Das halte ich nicht für ausgeschlossen. Oder wenn ein Kind schon früh lernt, wie man ein Tablet bedient, unterstützt das auch motorische Fähigkeiten oder Hand Augen Koordination. Ich glaube, dass das aber alles Dinge sind, die man vielleicht auch ohne Tablet erlernen könnte.
Ralf: Es kann aber auch sein, dass man in Filmen, egal ob auf dem Fernseher oder auf dem Tablet, Dinge lernen kann, die man sonst nicht lernen würde. Also ich denke da zum Beispiel die Sendung mit der Maus.
Moritz: Ja, aber die ist ganz klar nicht für Kinder unter drei Jahren konzipiert.
Ralf: Kann ein Kind nicht auch unter drei Jahren von einer gut gemachten filmischen Darstellung lernen, Moritz?
Moritz: Hm, ich glaube, das ist so mein Eindruck oder meine Auffassung, dass Medien generell eigentlich immer da gut ansetzen können, wenn du etwas quasi schon ohne Medien als erste Erfahrung gelernt hast. Also wenn jetzt zum Beispiel ein Kind mit zwei Jahren schon einmal ein Haustier gekrault hat, eine Katze oder ein Hund oder so, dann wird das in den Synapsen im Gehirn irgendwie abgebildet, was weiß ich. Und wenn du jetzt im Fernsehen siehst oder auf einem Tablet wie jemand anderes ein Haustier krault, dann sagt das Gehirn Ach guck mal, da krault jemand. Haustür, Haustür. Ein Haustier. Und das fühlt sich wahrscheinlich genauso an, wie ich es jetzt gelernt habe. Dann werden diese. Dieses Wissen wird dann abgerufen.
Ralf: Und wenn ich noch nie ein Haustier gekrault habe, kann ich mit dem, was ich da dann auf dem Bildschirm sehe, nicht so wirklich was anfangen.
Moritz: Also zumindest viel weniger. Ja, also zumindest kann es nicht sein, dass du durch angucken lernst, wie es sich anfühlt, ein Haustier zu kraulen. Und das ist das, was eigentlich Filme oder Geschichten eigentlich wollen. Also sie wollen, dass du meinetwegen in die Gefühlswelt einer bestimmten Person einsteigen kannst, die du dann auf dem Bildschirm siehst. Und wenn du jetzt in einem Zeichentrickfilm siehst, wie eine Person traurig ist oder weint und dann jemand kommt und diese Person in Arm nimmt und tröstet, dann kannst du am besten mitfühlen, wie sich das anfühlt für diese Person. Also empathisch mitfühlen, wenn du selber schon einmal mehr oder weniger reflektiert erlebt hast, wie das ist, wenn du traurig warst und dich dann jemand getröstet hat.
Ralf: Ja, aber das gilt dann ja im Prinzip doch auch für Bücher.
Moritz: Ich finde es gerade total geil, dass du mir sonst immer andersrum. Also da bin ich immer der. Nein, also es geht. Es geht mir wirklich nicht darum, jetzt hier zu sagen, dass digitale Medien pauschal schlecht sind.
Ralf: Nein.
Moritz: Und ich glaube, dass es auch Bücher gibt, die viele erste Erfahrungen nicht ersetzen können und sich das aber einbilden. Also ich glaube, dass gut gemachte Kinderbücher für Kleinkinder es schaffen können, dass die Kinder nicht überfordert werden, sondern wirklich genau da angesetzt werden, was sie in irgendeiner Form schon außerhalb von Büchern gelernt haben. Das ist genau das passiert, was ich eben beschrieben habe. Und nur dann, glaube ich, wirken auch Kinderbücher förderlich. Und ich glaube, es gibt eine ganze Menge Kinderbücher, die sind gar nicht so gut, wie wir denken, nur weil wir mit Büchern nicht so streng sind wie mit irgendwelchen Apps. Aber das ist, glaube ich, auch ganz viel Schrott dabei.
Ralf: Ja, auf jeden Fall. Aber ich glaube, das ist auch ein ganz großer Unterschied ist, dass Eltern, die ihren Kindern ein Buch vorlesen, die haben ein Gefühl dafür, ob das Kind gerade versteht, was sie vorlesen und dann vielleicht auch mal eine Pause machen und den Kindern erklären, was jetzt gerade gemeint ist oder was sie gerade beschrieben werden soll.
Moritz: Und ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt Bei digitalen Medien und das gilt auch für Hörspiele, ist das Tempo vorgegeben und Eltern passen jetzt beim Vorlesen die Geschwindigkeit oder beim Erzählen dem an, was das Kind verarbeiten kann oder bei dem sich das Kind wohlfühlt. Finde ich auch einen wichtigen Punkt. Und das ist bei digitalen Medien wie einem Film eben nicht so, oder? Es wäre ein großer Zufall, wenn es genau passen würde zu dem Kind. Und da ist das Tempo vorgegeben, was unter Umständen zu einer Überforderung des Kindes führen kann. Und dass das Kind vielleicht irgendwann denkt ich muss ja auch gar nicht alles verstehen, sondern da. Jetzt kann man da ganz viel darüber spekulieren. Das möchte ich jetzt hier nicht. Was passiert, wenn ein Kind dann daran gewöhnt wird, in einem ganz gewissen Tempo unterhalten zu werden, ohne immer alles zu verstehen.
Ralf: Aber wenn Eltern mit den Kindern gemeinsam einen Film gucken würden und ihnen an entsprechender Stelle dann auch paussieren würden, dann wäre das Problem nicht mehr ganz so groß.
Moritz: Das wäre dann was ganz anderes. Und deshalb ist das alles nicht so schwarz weiß, so dass wenn wir über digitale Medien sprechen, dann müssen wir im Prinzip auch über die Nutzung von, also auch bei unter 3-jährigen, über die Nutzung von Social Media sprechen oder meinetwegen von Messengern, also Facetime meinetwegen, Also mit den Großeltern per Webcam kommunizieren. Das ist auch eine Nutzung von digitalen Medien. Und wenn es den Großeltern aber gelingt, trotz Distanz von 300 Kilometern per Webcam mit dem Kind so zu kommunizieren, dass es nicht vom Tempo überfordert wird, dann muss das nicht schädlich sein, sondern es kann auch wieder viele positive Effekte haben. Vor allen Dingen, wenn das Kind dann nicht alleine vor dem Tablet sitzt, also nach seinem Gedanken, sondern gemeinsam mit den Eltern oder wem auch immer und die dann dafür sorgen, dass das Tempo auch wirklich dem entspricht, was das Kind gerade verarbeiten kann. Oder dass das Gespräch nicht länger geht, als die Konzentration des Kindes hergibt. Dann ist das nicht unbedingt schlecht.
Ralf: Das heißt, es könnte eine sehr dosierte, entwicklungsfördernde Nutzung von digitalen Medien geben?
Moritz: Ich glaube schon. Dabei kommt es weniger auf die Bildschirme an als tatsächlich immer auf die Eltern. Wir haben mehrmals gesagt, dass die Eltern dabei sein sollten, das Kind begleitend. Ich glaube, das ist ein wichtiger Punkt. Und das ist aber oft genau andersrum. Ich glaube, dass Tablets eher eingesetzt werden, damit die Eltern in dem Moment nicht dabei sein müssen und das Kind nicht begleiten müssen. Ich denke, dass Kinder grundsätzlich. Verstehst du, was ich meine? Ich glaube, Kinder haben grundsätzlich einen ganz großen Bewegungsdrang. Kinder sind grundsätzlich wahnsinnig neugierig, wollen alles anfassen oder wollen auch immer ständig irgendwas von ihren Eltern. Und wenn ein Kind jetzt kein Tablet oder irgendein Bildschirmmedium hat, dann wird es aus diesen Gründen sehr wahrscheinlich zwangsläufig sich überall rumbewegen, durchs Zimmer laufen, die Eltern suchen die Eltern nerven.
Ralf: Das klingt jetzt total negativ.
Moritz: Ich glaube, dass das aus der Perspektive von manchen Eltern durchaus auch mal negativ ist. Also ein Kind, das beschäftigt ist, ermöglicht es Eltern unter Umständen, Dinge zu erledigen, die man nicht erledigen kann. Wenn das Kind permanent ankommt und irgendwelche Sachen machen möchte oder irgendwo hochklettert und runterfällt, was eigentlich für das Erlernen von Körpergefühl auch wieder total wichtig ist.
Ralf: Solange es nicht vom Balkon fällt, sage ich mal.
Moritz: Das vielleicht nicht, aber Kinder, die sich viel bewegen, fallen auch oft hin.
Ralf: Okay, ja klar.
Moritz: Und die haben dann keine schweren Verletzungen oder so, aber sie weinen trotzdem und müssen getröstet werden. Und das ist etwas, was für Eltern unter Umständen, sagen wir mal realistisch, dann anstrengend sein kann, wenn die durch die Organisation des Haushaltes oder was sie alles noch nebenbei alles machen müssen oder vielleicht auch wollen, total gefordert sind.
Ralf: Ich glaube, das ist ein großes Problem bei den ganzen Studien ist, dass das, was du gerade beschrieben hast, dass Eltern vielleicht überfordert sind mit dem Alltag und sich somit nicht so liebevoll und intensiv mit ihren Kindern beschäftigen können, wie wir es vielleicht idealerweise annehmen. Das führt dazu, dass die Kinder nicht nur deshalb viel am Tablet sitzen.
Moritz: Weil die sind am Tablet, Weil die Eltern entsprechend häufig Zeit für sich selber brauchen.
Ralf: Sondern weil sie vielleicht auch andere Probleme haben. Oder die dazu kommen, selbst wenn das Smartphone oder Handy nicht als Babysitter eingesetzt wird.
Moritz: Jetzt verstehe ich, worauf du hinaus willst.
Ralf: Um dieses Bild mal zu bedienen. Dann ist die Frage, ob die Eltern überhaupt in der Lage wären, dem Kind jetzt Alternativen zu bieten. Und wenn Eltern grundsätzlich nicht vorlesen wollen und auch nicht mit dem Kind sprechen oder aus Angst Bewegung vermeiden, weil das Kind sich dann verletzen könnte, dann bekommen diese Kinder trotzdem nicht die Anreize, die sie brauchen, um gesund groß zu werden.
Moritz: Also so ein ganzheitlicher Blick auf das, was in der Familie mit Medien passiert. Ich glaube, das ist wichtig. Also dass auch die Mediennutzung der Eltern, also nicht nur des Kindes, sondern auch die der Eltern, mehr in den Fokus genommen werden muss. Und wenn die Eltern jetzt zum Beispiel selber beim Essen, bei Gesprächen mit dem Kind nicht das Kind angucken, sondern permanent aufs Smartphone, während sie mit dem Kind sprechen, dann ist das auch bindungsstörend in irgendeiner Form. Oder kann es sein. Oder das Kind sieht meinetwegen nicht den Mund der Eltern, wenn die Eltern da ständig ein Tablet dazwischen halten. Und das mindert auch wieder den Spracherwerb. Das ist ja noch mal eine ganz andere Ebene.
Ralf: Ja, das wäre noch mal ein anderes Thema. Was ich, was ich gern noch mal in einer Podcastfolge besprechen wollen würde, nämlich die Mediennutzung der Eltern in Anwesenheit von gerade kleinen Kindern.
Moritz: Und das unabhängig von der Vorbildfunktion.
Ralf: Ja, genau. Das heißt, man kann eigentlich zusammenfassend sagen, dass eine begleitete Nutzung von digitalen Medien mit Kindern mit entsprechenden pädagogischer, aufwendig aufbereiteten Inhalten nicht pauschal schlecht sein muss.
Moritz: Wenn es die denn gibt.
Ralf: In den meisten Familien, in denen Kinder sehr viel Bildschirme benutzen, aber vermutlich nicht solche pädagogisch aufwendig aufbereiteten Apps oder Filme verwendet werden, werden vermutlich eher für Kleinkinder schlecht gemachte Inhalte auf dem Bildschirm zu sehen sein. Das führt im schlimmsten Fall zu Übergewicht, Bewegungsmangel, Konzentrationsstörungen.
Moritz: Ich habe noch von Studien gelesen, die eine Zunahme von Kurzsichtigkeit bei Kleinkindern mit hohem Bildschirmkonsum feststellen. Das lässt sich wohl damit erklären, dass das permanente Starren, dieses fokussierte, starren, negativen Einfluss auf die Augäpfel hat, die bei Kindern unter drei Jahren noch lange nicht ausgebildet sind.
Ralf: Gilt das auch für Bücher?
Moritz: Ich würde sagen, Bücher sind nicht so konzipiert, dass du so auf so wieso auf so einen kleinen Bildschirm starrst. Also das ist, glaube ich, etwas anders. Außerdem sind Smartphones oder Tablets eine aktive Lichtquelle. Also, du guckst in ein Licht. Und das ist nach vielem, was ich gelesen habe, für die Kinder wesentlich oder für die Augen von uns Menschen generell wesentlich problematischer, als wenn du jetzt auf ein beleuchtetes Blatt guckst.
Ralf: Okay, ich glaube, wir haben die negativen Folgen alle aufgelistet.
Moritz: Gilt Übrigens nicht für eBooks. eBookreader sind auch keine aktive Lichtquelle.
Ralf: Okay.
Moritz: Genau. Aber das nur der Vollständigkeit halber.
Ralf: Pädagogisch anspruchsvoll, gerade für Kindertagesstätten, die in der Elternarbeit mit Eltern zu tun haben, die mit dem kompletten Alltag überfordert sind. Wird es sein, dann Alternativen zur Bildschirmnutzung ihrer Kinder zu finden, weil hier die Funktion des Bildschirms ist, das die Kinder. Wie sagtest du es vorhin? Nerven.
Moritz: Ich weiß gar nicht, was dich an diesem Begriff so stört. Also Kinder sind bisweilen auch anstrengend und ich glaube, das wissen alle, die Kinder haben. Und da ist es nachvollziehbar, dass man sich vielleicht auch einfach mal wünscht, dass die Kinder sich alleine beschäftigen. Und ich finde es jetzt nicht so wahnsinnig verwerflich, wenn man dann doch mal sagt Komm, jetzt nimm doch bitte mal kurz das Handy oder so. Also ich möchte das nicht so.
Ralf: Ja, ja klar, ich weiß, was du meinst. Kinder können auch anstrengend sein, aber wenn das sehr oft der Fall ist und dann strukturiert Bildschirmmedien eingesetzt werden, genau um Ruhe in den Alltag reinzubekommen, dann ist das einfach kein gutes Konzept.
Moritz: Genau. Ich glaube, das würde ich so stehen lassen. Ein zeitlich angemessener begleiteter Bildschirm Konsum, wo die Eltern darauf achten, dass das Kind nicht überfordert wird, muss nicht schaden. Aber das ist nicht der Alltag in den Familien, deren Kinder dann auffällig werden. Ich glaube, so genau.
Ralf: Ja, dann lassen wir das so stehen.
Moritz: Das können wir, denke ich, auf jeden Fall so machen.
Ralf: Ich habe noch einen ganz kurzen Hinweis, der WhatsApp Gruppen betrifft. Es kursiert im Moment ein Kettenbrief der an alle Admins von WhatsApp Gruppen weitergeleitet werden soll. Es wird davor gewarnt, dass die KI Gruppennachrichten öffnen könnte oder Telefonnummern ausspäht. Das ist so nicht ganz richtig. Es ist so, dass wenn ein Nutzer oder eine Nutzerin in einer WhatsApp Gruppe @MetaAI schreibt und dann eine Frage stellt, wird die KI eingeschaltet. Aber erst dann. Das lässt sich verhindern. Über einen neuen Datenschutzbutton oder Schalter, mit dem MetaAI in einem Gruppenchat deaktiviert werden kann.
Moritz: Und dann kann keiner aus der Gruppe mehr Meta innerhalb der Gruppe einsetzen.
Ralf: Genau.
Moritz: Vielleicht an dieser Stelle noch ganz kurz der Hinweis, dass es wohl bald oder in manchen Fällen wohl jetzt schon eine neue Bezahl-Version von WhatsApp geben soll. Das ganze nennt sich WhatsApp Plus und bietet dann andere Farben, andere Icons. Ich glaube, dann kannst du die Chats etwas anders verwalten und es gibt dann auch so Premium Sticker. Wichtig ist dabei man muss das nicht machen. Also WhatsApp wird weiterhin zumindest finanziell kostenlos nutzbar sein.
Ralf: Und was kostet die Version dann?
Moritz: Was ich gelesen habe, geht es um eine Summe von 2 oder 3 €.
Ralf: Im Monat?
Moritz: Ja und ja. Das wäre mir jetzt zu teuer für irgendwelche Sticker. Aber wie gesagt, ich habe keine. Ich konnte es noch nicht testen. Ich habe es nur gelesen.
Ralf: Okay, das Stichwort war finanziell kostenlos. WhatsApp bezahlen wir aber mit Daten, ist also nicht geschenkt. Im Gegensatz zur kostenlosen Konkurrenz. Signa.
Moritz: Genau. Apropos Gutes Stichwort Konkurrenz. Weißt du, in welcher Konkurrenz wir mit unserem Podcast stehen?
Ralf: Gibt es noch andere Podcasts zum Thema Medienerziehung?
Moritz: Das weiß ich nicht. Aber was hältst du persönlich von Rasenmäherrobotern?
Ralf: Ich glaube, sie können ganz praktisch sein.
Moritz: Ja, und diese Dinger sind eine Konkurrenz für uns, weil Rasenmähen ist ein guter Zeitpunkt, um unseren Podcast zu hören. Und einer unserer treuesten Hörer hat jetzt einen Rasenmäher Roboter?
Ralf: Oh nein.
Moritz: Ich kann nur hoffen, dass es genug andere Anlässe gibt, unseren Podcast zu hören als beim Rasenmähen. Aber eines Tages wird es so sein, dass wir Menschen für alles einen Roboter haben und es gar keine Anlässe mehr gibt, dann Podcasts zu hören.
Ralf: Was sollen wir da machen?
Moritz: Ja, was sollen wir denn machen? Also wobei, beim Joggen oder so oder auf dem Stepper kann man auch Podcasts hören. Und da wäre es nicht so richtig sinnvoll, wenn es einen Stepper Roboter gäbe. Wobei das eine riesen Marktlücke ist. Vielleicht gibt es eines Tages einen Roboter, dem gibst du deine Fitnessuhr und dann joggt er für dich.
Ralf: Sport macht man ja für sich selbst.
Moritz: Arbeiten im Haushalt kannst du auch für dich selbst machen. Also Rasenmähen kann sehr entspannend. Hast du den Kopf frei. Von daher warne ich an dieser Stelle Das habe ich mir wirklich vorgenommen Vor Rasenmäherrobotern. Und wenn der Eindruck entstand bisher, dass dieser Podcast in der Diskussion um Medieneinsatz oder Technik immer versucht hat, nicht möglichst plakativ oder provokant zu sein, sondern immer Zwischentöne in der Diskussion zulässt. Diese Menschen werde ich jetzt enttäuschen. Rasenmäher Roboter sind Teufelszeug. Man sollte sie nicht benutzen.
Ralf: Lieber Moritz, ich glaube, wir sollten Schluss machen. Du wirst ein wenig unseriös.
Moritz: Das ist nicht unseriös.
Ralf: Nein?
Moritz: Das ist Zeitgeist. Also ich glaube, dass ganz viele Menschen, die sehr pauschal vor den Risiken von Social Media oder Smartphones warnen, die sind genauso unseriös. Also was ich zum Teil sehe in meinem beruflichen Insta Account.
Ralf: Du hast einen beruflichen Insta Account?
Moritz: Also ich habe einen Instagram Account, mit dem folge ich ganz vielen anderen medienpädagogischen Einrichtungen. Und ich muss sagen, vieles von dem, was die Kolleginnen und Kollegen da machen als Social Media Kampagne, das ist unseriös. Also da wird ganz plakativ vor irgendwas gewarnt. Und wenn du dir dann das Video anguckst oder die ganzen Slides durchgehst, stellst du fest, dass vieles von dem einfach nur mega übertrieben ist oder schon lange bekannt. So, die ganzen Reizthemen, meinetwegen Risiko-Pornographie, das Verbreiten von Kinderfotos. Im Internet haben wir eine Podcastfolge zu gemacht. Risiken von Cybermobbing und Cyber Grooming. Das sind alles große Probleme, wo es aber nicht darum gehen darf, mit ganz viel Angst die Leute zu schockieren. Und das wird so aufgebauscht, damit der fucking Algorithmus das dann einfach so verbreitet. Und da geht es nicht um Aufklärung, sondern einfach nur um Reichweite durch Angst.
Ralf: Moritz Ich musste neulich an dich denken, als ich im ZDF die Dokumentation Generation Porno gesehen habe.
Moritz: Ich rege mich hier auf. Und du musst bei Generation Porno an mich denken.
Ralf: Ja, wir haben uns mal drüber unterhalten, dass dieser Begriff Generation Porno keine besonders schöne Bezeichnung für eine Generation von Kindern und Jugendlichen ist.
Moritz: Ich erinnere mich an das Gespräch, aber schon sehr lange her, Bestimmt über zehn Jahre. Ich glaube, der Begriff ist uralt. Also wenn du Generation Porno googelst.
Ralf: Oder eine andere Suchmaschine als Google benutzt.
Moritz: Ich benutze jetzt einfach mal Google.
Ralf: Okay, was sagt dann Google?
Moritz: Oder besser Du googelst Begriff Generation Porno. Dann ist hier zum Beispiel ein Artikel zu finden. Das ist ein Interview im Deutschlandfunk auch geil, mit Petra Grimm. Kennst du die noch?
Ralf: Nee, ich glaube nicht.
Moritz: Petra Grimm ist Medienwissenschaftlerin. Ich glaube, ich habe die vor ewigen Zeiten mal bei einer Tagung erlebt. Aber egal. Dieses Interview hier im Deutschlandfunk ist von 2010. Und das heißt, der Begriff Generation Porno ist uralt und wird jetzt in der Doku im ZDF noch mal komplett mit Leben gefüllt. Und es wird so getan, als wäre es ein neues Phänomen. Und ich will die Situation heute gar nicht irgendwie relativieren. Und natürlich sind die Möglichkeiten von Pornografie im Internet heute ganz anders als vor 20 oder vor 30 Jahren. Aber man hat immer schon irgendwie alarmiert über Pornografie diskutiert. Als das Internet aufkam, als Videotheken aufkam.
Ralf: Ja, aber damit relativierst du dann doch ein bisschen die Problematik, die Pornografie heute für Kinder und Jugendliche darstellt.
Moritz: Ich glaube, das ist doch schon seit 30 Jahren ein Problem. Also dass da problematische Geschlechterrollen vorgelebt werden. Und alles, was man zum Beispiel alles, was man jetzt feststellt, ist für mich nicht so richtig neu. Also Kinder brauchen Orientierung. Kinder brauchen Vorbilder, vor allen Dingen Vorbilder, mit denen man über alles reden kann. Und wenn Kinder und Jugendliche das nicht haben, waren sie heute wie vor 30 Jahren gefährdet durch Pornografie.
Ralf: Ja, aber. Was mich damals, glaube ich, eigentlich so richtig in der Diskussion damals genervt hat in dem Begriff Generation Porno. Was dich so geärgert hat, ist, dass es auf Kinder und Jugendliche ganz schön beleidigend wirken muss.
Moritz: Ich würde mich bedanken, wenn man sagen würde Hey, du bist doch auch Generation Porno, also die Generation der Kinder und Jugendlichen, ist doch viel mehr als einfach nur Pornografie. Und wer von Generation Porno spricht, möchte doch auch ganz bewusst den Eindruck erwecken, dass es typisch ist, für die entsprechende Generation Pornos zu gucken. Oder vielleicht auch die Generation durch diese Formulierung von anderen Generationen abgrenzen nach dem Motto Andere Generationen sind nicht Generation Porno, weil sie meinetwegen Generation, was weiß ich. Was sind aber die heutige Generation von Kindern und Jugendlichen. Die zeichnet so viel mehr aus als nur der Konsum von Pornografie. Deshalb würde ich diesen Begriff einfach nicht verwenden wollen. Ich find den total furchtbar.
Ralf: Okay, ich wollte jetzt auch gar nicht so sehr ins Detail gehen.
Moritz: Ich weiß nicht, ob ich das jetzt auf die Schnelle finde, aber ich habe mal einen total lustigen Artikel gefunden. Irgendwann mal, an dem muss ich gerade denken, ich such den mal raus.
Ralf: Ich kann ja die Zeit schon mal nutzen und allen Hörerinnen und Hörern fürs Zuhören danken. Wir freuen uns wie immer über Rückmeldungen über die bekannten Social Media Kanäle, die auf unserer Homepage zu finden sind oder per Mail an-
Moritz: Ich hab's.
Ralf: podcast@smiley-ev.de.
Moritz: Ich habe die. Ich habe den Artikel gefunden.
Ralf: Okay.
Moritz: In meiner gut sortierten Lesezeichendings hier. Den findest du im Archiv von Spiegel Online. Damals ist er aber definitiv in der Printausgabe erschienen. Der Artikel ist vom 13. November 1988 und die Überschrift lautet: Verstärkt nackt, Pornodisketten für den Heimcomputer, Der neue Renner auf Schulhöfen.
Ralf: Warte, warte, warte mal! 1988 sagst du, Da fehlt unser Jingle. Früher war alles besser.
Jingle : Früher war alles besser.
Moritz: In dem Artikel über Pornografie auf Heimcomputern geht es darum, dass in verschiedenen Spielen wie zum Beispiel Sexy Games, erotische Darstellungen zu finden sind. In dem Artikel heißt es. Vorbei die Zeiten, als pubertäre Schaulust noch aus Vaters Bücher, Giftschrank oder mit den vermeintlich gut verborgenen Pornovideos gestellt werden musste. Musste übrigens mit SZ Am Terminal tastet sich die Jugend 88 an die letzten Wahrheiten heran auf Homecomputer, Schirm. Zwischen Flensburg und Vilshofen wird kopuliert, was der Speicher hergibt. Oder auch schön hier Mancher bundesdeutsche Minderjährige, der die Eltern mit seinem Computer glücklich macht, verbringt in Wahrheit die Zeit damit, nur mit Helm bekleidete Wikinger gegen einen antreten zu lassen. Oder er sorgt dafür, dass bei Tommys Super Sex Show, dass es rund geht Und auch sehr schön. Alarmierend auch folgende Formulierung. Frappierend ist die Detailtreue beim Rechnersex, so wie etwa die Schamhaar Genaue Darstellung in dem Computerspiel Porno. Also wir reden über 1988. Weißt du, wie man die Spielfiguren in den sogenannten Hightech Pornos bewegt hat?
Ralf: Wahrscheinlich nicht Über ein Touchdisplay. Ich vermute mit einer Maus oder so.
Moritz: Über einen Joystick. Und pass auf, das habe ich mir nicht ausgedacht. Hier steht wirklich Joystick in Klammern zu Deutsch: Lustknüppel.
Ralf: Das glaub ich nicht.
Moritz: Ich schicke dir den Link.
Ralf: Okay, ich lese mich-
Moritz: Nein. Aber worum es mir an dieser Stelle geht. Ich will mich nicht lustig machen oder über Ängste lustig machen. Kinder und Jugendliche sind, das finde ich ganz wichtig, seit mehreren Generationen Pornografie ausgesetzt. Und ich glaube, dass Eltern auch seit mehreren Generationen da überfordert sind und dass wir in der Erziehung und Bildung da einfach nach wie vor wahnsinnig viel schlecht machen. Pornografie kann sehr, sehr schlechten Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen haben. Und da sollten wir endlich vernünftig und nicht so alarmistisch darüber sprechen. Das ist das, was mich stört. Ich glaube, dass man mit der Überschrift Generation Porno jetzt wieder ganz viel Welle machen kann. Viele Menschen gucken sich das ganz erschrocken an und sind wahrscheinlich dann genauso erschrocken wie die Menschen 1988, die diesen Spiegelartikel gelesen haben, der aus heutiger Sicht völlig unseriös wirkt. Daher ist mein Wunsch, dass wir ganz unaufgeregt, also endlich, weil es seit Generationen sein muss, mit Kindern und Jugendlichen über die Existenz von Pornografie sprechen, ganz unaufgeregt Sexualaufklärung vor dem Hintergrund existierender Pornografie durchführen, Kinder stark machen, dass sie begreifen, was Pornografie ist. Dass das kein Dokumentarfilm ist, in dem beschrieben wird, wie Menschen Sex haben, sondern Spielfilme, die zum Teil die Phantasie von Menschen mit einem sehr problematischen Menschenbild bedienen oder für die gemacht wurde. Und dass Pornografie eben keine Anleitung ist zu dem, was Menschen im Bett erleben wollen. Und dass Kinder auch keine Angst haben müssen, dass sie das eines Tages machen müssen, was die Menschen da im Porno machen. Oder dass sie das aushalten müssen, was die Menschen da aushalten müssen. Verstehst du, was ich meine?
Ralf: Ja, ich finde das total wichtig, dass du das auch so deutlich formulierst. Ich habe jetzt nur am Ende der Folge nicht mit so einem Ausbruch gerechnet.
Moritz: Ja, manchmal. Manchmal muss das halt sein. Was soll ich machen? Beenden wir erstmal unsere kleine Rubrik.
Jingle : Früher war alles besser. Na ja, fast.
Ralf: Ja, ich habe ja schon ab moderiert. Wir freuen uns wie gesagt über Rückmeldungen über podcast@smiley-ev.de. Als Folge zum Weiterhören würde ich wegen der Zielgruppe Kleinkinder die Folge "Kinderfotos im Internet" vom 24. März 2025 empfehlen. Und wir kommen zum Schluss.
Moritz: Ja, ich sage einfach nur Vielen Dank fürs Zuhören und Tschüss.
Ralf: Auf Wiederhören.
Moritz: Das ist eine krasse Kombination an Themen. Ja, wir sprechen auf der einen Seite über die Mediennutzung von Kleinkindern.
Ralf: Und am Ende.
Moritz: Am Ende über Pornografie.
Ralf: Ja, aber ich finde das, was du gesagt hast, wir müssen da viel unaufgeregter rangehen.
Moritz: Und vielleicht auch mal eine Folge machen zum Thema Pornografie.
Ralf: Ja!
Moritz: Also unaufgeregt.
Ralf: Kommt auf die lange Liste unaufgeregt über Pornografie.
Moritz: Die furchtbar lange Liste.
Ralf: Mach's gut.
Moritz: Ciao.