Transkript:
Moritz: Heute geht es darum, wie der Music Streaming Dienst Spotify kindersicher eingerichtet werden kann.
Moritz: Herzlich Willkommen am Montag, dem 23. Februar 2026 zu einer neuen Folge "Was mit Medienerziehung", dem Podcast von Smiley e.V..
Ralf: Der Verein smiley e.V. besucht Schulklassen, arbeitet mit Eltern und Fachkräften zum Thema Medienkompetenz und Medienerziehung. Dieser Podcast dient dazu, alle 14 Tage am Medienerziehungs-Montag diverse Themen und Gedanken aus unserer praktischen Arbeit zu dokumentieren.
Moritz: Mein Name ist Moritz Becker und mir gegenüber sitzt mein lieber Kollege Ralf Willius.
Ralf: Genau so ist es. Ich habe in der letzten Folge ganz vergessen, was ich eigentlich mit mir diskutieren wollte. Ich wurde bei einer Elternveranstaltung angesprochen, dass es dass das Fotografieren von anderen Menschen in der Sauna nicht strafbar sei.
Moritz: Ja, davon habe ich auch gehört.
Ralf: Ja, in Deutschland ist es so, dass eine Sauna nicht als besonders geschützter Raum in der Rechtsprechung gilt. Besonders geschützte Räume werden in Paragraf 201 im Strafgesetzbuch beschrieben. Und da das ist so, dass du nicht heimlich oder gegen den Willen von Anwesenden fotografieren darfst.
Moritz: Also wir haben in der Anfangszeit von unserem Podcast mal eine Folge gemacht, in der wir darüber gesprochen haben, ob Selfies im Schwimmbad okay sind, weil du da ja unter Umständen auch andere Menschen mit erwischt.
Ralf: Ja, ich erinnere mich. Und da war es so, dass ein Schwimmbad auch kein höchstpersönlicher Lebensbereich ist.
Moritz: Wir haben damals mit verschiedenen Schwimmbädern telefoniert und da wurde uns gesagt, dass also wenn ich mich richtig erinnere, dass in den meisten Fällen in der Hausordnung das Fotografieren in den Hallenbädern oder so gut wie in allen Hallenbädern verboten ist. In Freibädern lässt sich ein solches Verbot wohl schwer umsetzen, so dass hier das Fotografieren erlaubt ist. Ich wäre in dem Zusammenhang aber nicht auf die Idee gekommen, dass das Fotografieren in einer Sauna anders gehandhabt wird als in einem Hallenbad.
Ralf: Ich denke, das ist in der Sauna genauso wie in einem Hallenbad ist. Aber das, was in der Hausordnung steht, ist nicht strafrechtlich relevant.
Moritz: Ach so okay.
Ralf: Das bedeutet, wenn du jetzt dabei erwischt wirst, wie du in der Sauna heimlich Menschen fotografierst oder filmst, dann musst du vermutlich mit einem Hausverbot rechnen. Aber halt nicht mit einer Strafanzeige.
Moritz: Okay, verstehe.
Ralf: Ich habe mal recherchiert, ob es nicht auch möglich wäre, in die Hausordnung meinetwegen so eine Art Vertragsstrafe oder so aufzunehmen.
Moritz: Also wo dann steht, dass du nicht nur mit Hausverbot rechnen musst, sondern meinetwegen auch mit einer? Ja heißt das dann Strafe? Also darf eine Sauna bestrafen?
Ralf: Ja. Du könntest zum Beispiel in deine Hausordnung reinschreiben. Bei Verstoß gegen das Handy oder Fotografierverbot wird ein Ordnungsgeld von 50 € erhoben.
Moritz: Was wahrscheinlich nicht so richtig wirken wird, weil 50 € zwar schon ganz schön viel Geld ist, aber die Wahrscheinlichkeit, dass man beim heimlichen Fotografieren oder Filmen erwischt wird, ist ja jetzt, obwohl, ich kann das gar nicht beurteilen, aber mir kommen 50 € ein bisschen wenig vor.
Ralf: Naja, nach dem, was ich recherchiert habe, ist es so, dass ein Ordnungsgeld angemessen sein muss. Unangemessene Strafen oder überhöhte Strafzahlungen können dann gerichtlich unwirksam werden.
Moritz: Hätte ich eine Sauna, würde ich ganz groß in den Eingangsbereich schreiben, dass wir ein Ordnungsgeld oder eine Vertragsstrafe von 500 € erheben. Sollte jemand ein Smartphone in der Sauna benutzen und dann würde ich einfach hoffen, dass das so abschreckend wirkt, dass ich gar nicht in die Situation komme, vor Gericht zu klären, ob diese Höhe angemessen ist.
Ralf: Naja. Ich bin kein Jurist.
Moritz: Ja, ich, wie wir wissen, auch nicht.
Ralf: Aber ich glaube, so einfach ist es vielleicht nicht, wie du dir das vorstellst.
Moritz: Das soll ja auch keine Lösung sein. Aber wenn ich es richtig verstanden habe, soll es da jetzt eine Gesetzesinitiative geben, so dass das heimliche Fotografieren als Straftat im Strafgesetzbuch aufgenommen wird. Und dann kann das von mir beschriebene Schild wieder abgehängt werden.
Ralf: Okay, zumindest habe ich überlegt, dass falls das Thema in Schulklassen auftaucht, dass man zwar sagen kann, dass es vom Gesetz her nicht verboten ist, beispielsweise im Hallenbad andere in sehr privaten Situationen zu fotografieren, aber dass die Hausordnung in den meisten Fällen genau das untersagt. Am wichtigsten fände ich aber auch eigentlich gar nicht, dass Menschen aus Angst vor einer Strafe andere Menschen in der Sauna oder Dusche nicht fotografieren, sondern weil es einfach, sich nicht gehört-
Moritz: Ja, ich glaube. Ich glaube nicht, dass-
Ralf: -so miteinander umzugehen.
Moritz: Ich glaube nicht, dass irgendjemand der Meinung ist, dass es ein Recht auf heimliches Fotografieren in Hallenbädern und in der Sauna gäben solte.
Ralf: Das denke ich auch.
Moritz: Also eigentlich möchte ich auch in einer Welt leben, wo ganz klar ist, dass man andere Menschen generell nicht heimlich fotografiert und dass man das verbieten muss, sagt eine Menge über den Respekt von manchen Menschen aus.
Ralf: Aber bevor wir jetzt in Kulturpessimismus abdriftet, sollten wir vielleicht zur Tagesordnung zurückkommen, Moritz.
Moritz: Wir sind jetzt ganz über die Frage hinweggekommen, ob es Rückmeldungen zur letzten Folge gab.
Ralf: Gab es denn welche?
Moritz: Ja, ich hatte dir mehrere weitergeleitet.
Ralf: Genau.
Moritz: Zwei davon sind so wichtig, dass ich sie hier gerne erwähnen möchte. Also erstmal vielen Dank für alle Rückmeldungen, das ist ganz klar. Wir haben am Ende der letzten Folge über einen Fernsehbericht über Snapchat gesprochen. Dabei ging es um riskantes Verhalten von Jugendlichen. Zumindest haben wir das Verhalten so genannt. Also riskant. Und das, was wir damit gemeint haben, war, dass es durchaus Jugendliche gibt, die sich darüber im Klaren sind, dass auf Snapchat sehr problematische Erwachsene unterwegs sind, die sich aber dann trotzdem darauf einlassen, ganz verkürzt gesagt meinetwegen ihre Privatsphäre nicht zu 100 % zu schützen.
Ralf: Sofern das überhaupt möglich ist.
Moritz: Genau, sofern das überhaupt möglich ist. Und die Rückmeldung, die wir jetzt über Spotify bekommen haben, stellt noch einmal klar, dass das Verhalten der Männer, die dieses Verhalten von Jugendlichen ausnutzen, das eigentliche Problem sind. Und ich habe mir die Passage in unserem Podcast noch mal angehört und denke auch, dass eine solche Bewertung durch uns an dieser Stelle sehr sinnvoll gewesen wäre. Ich hole das hier noch mal nach. Ich finde ganz wichtig egal wie riskant sich Jugendliche im Internet verhalten, die Erwachsenen, und das sind in der Regel Männer das eigentliche Problem sind, wenn sie das ausnutzen. Und bei solchen Themen gehe ich aus dem Bauch heraus. Deshalb ist das so passiert. Also ich gehe mal davon aus, dass diese Logik eigentlich klar ist und das ist falsch von in dem Fall von mir gewesen, weil es nach wie vor sehr viele Menschen gibt, die in solchen Situationen Täter bzw Täterinnen und Opfer umkehren. Also so nach dem Motto wer sich riskant verhält, darf sich hinterher nicht wundern, wenn man Opfer von Cybergrooming wird. Aber diese Logik ist aus meiner Sicht immer definitiv falsch.
Ralf: Ja und zumal es ja auch gute Gründe gibt, sich im Internet riskant zu verhalten.
Moritz: Genau und diesen Aspekt habe ich mir auch noch mal extra notiert. Also ich habe auch so eine Liste mit Sachen, die wir irgendwann mal besprechen wollen.
Ralf: Lange Liste.
Moritz: Ja, deine Liste ist länger, aber weil-
Ralf: Wir wollen hier nicht die Listen vergleichen.
Moritz: -ich in der Liste die eigenen Punkte schneller berücksichtige. Aber zumindest ich möchte wirklich in einer. Was eigentlich total ungerecht ist. Schick mir mal deine Liste. Ich möchte aber in einer der nächsten Folgen noch mal ganz gezielt über dieses Phänomen sprechen. Und zwar vor dem Hintergrund von Risikokompetenz oder vielleicht eher Risikomanagement, Weil ich denke, dass das, was du gerade gesagt hast, dass es gute Gründe gibt, sich riskant zu verhalten, bedeutet auch, dass das pädagogisch an der pädagogischen Arbeit oder auch für Eltern in der erzieherischen Arbeit halt sehr, sehr anspruchsvoll ist. Solche Kinder dann, die sich aus guten Gründen riskant verhalten, zu begleiten.
Ralf: Das finde ich super. Da gehe ich mit.
Moritz: Genau das, das ist eine, das andere. Ich möchte dir kurz daraus vorlesen. Also du kennst die Rückmeldung, aber die Hörerinnen und Hörer nicht. Also in der letzten Folge ging es um ob wir Menschen das Denken verlernen, wenn wir über KI usw unseren Alltag gestalten. Und die Rückmeldung ist eben ich habe konkrete Anleitungen und Tipps dazu erwartet, die es aber nicht geben kann, weil jeder diesen Prozess des Umdenken Lernens selbst durchlaufen muss und auch die Bereitschaft dazu aufbringen muss. Und das ist für uns Boomer eine echte Herausforderung, Vor allem, wenn man noch Kinder im Haus hat, die gut damit aufwachsen sollen. Vielen Dank für die Zielflagge, die ihr uns hingestellt habt.
Ralf: Ja, wir hatten nach der Aufnahme der letzten Folge das Gefühl, dass wir vielleicht zu oberflächlich an diese Thematik rangegangen sind. Dass es sich eher um eine philosophische Auseinandersetzung mit dem Thema handelt.
Moritz: Ja. Ich war beim Schneiden zwischenzeitlich sehr unglücklich.
Ralf: Aber nach dieser Rückmeldung habe ich mich total gefreut, dass wir die Folge dann doch so gelassen haben, wie sie halt jetzt zu hören ist.
Moritz: Ja, und die heutige Folge wird ja auch wieder sehr viel konkreter. Heute geht es darum, wie der Music Streaming Dienst Spotify kindersicher eingerichtet werden kann.
Ralf: Ja und mir ist aus der Erfahrung mit ähnlichen Themen in diesem Podcast ganz wichtig, hier nochmal zu betonen, dass wir hier über Stand Februar 2026 sprechen. Sollte sich in den nächsten Monaten oder Jahren hier die Einstellungsmöglichkeiten verändern, schreiben wir das als Hinweis in die Shownotes dieser Folge. Wer also die Folge 2027 hört, sollte bitte nochmal in die Shownotes gucken, ob sich da was verändert hat.
Moritz: Genau. Spotify ist-
Ralf: Ich wollte noch was vorwegschicken, wozu ich nachher noch mehr sagen möchte. Wir beschäftigen uns hier mit Spotify, weil dieser Dienst der in Deutschland verbreitetste Music Streaming Dienst ist. Je nach Quelle, ich habe recherchiert, kommt Spotify ungefähr auf 40 % Marktanteil, Amazon Music auf circa 20 und Apple auf 10 %. Wobei schwer zu sagen ist, welchen Stellenwert Amazon Music da tatsächlich hat, weil viele Familien halt eine Alexa verwenden, wo dann auch Amazon gehört wird oder Amazon Music gehört wird.
Moritz: Sollten jetzt viele Hörerinnen und Hörer eine vergleichbare Folge zu wie Apple Music kindersicher gemacht werden kann, fordern Holen wir das nach. Wobei ich denke, dass wir auch in dieser Folge ganz viel zur Konkurrenz sagen werden, wenn wir über Spotify sprechen.
Ralf: Das können wir auf jeden Fall machen.
Moritz: Zumindest bin ich so vorbereitet. Mit einem Spotify Premium Family Konto hast du die Möglichkeit, einen Kinderaccount einzurichten. Wichtig finde ich hier zu sagen, dass ein solches Konto mit 21,99 € im Monat nicht ganz billig ist.
Ralf: Naja. Wenn da vier Personen in einem Haushalt unbegrenzt Musik hören können, dann ist das nicht so teuer.
Moritz: Ne ich dachte jetzt auch nicht an eine vierköpfige Familie, sondern eher an einen alleinerziehenden Elternteil mit einem Kind. Und da finde ich das schon ganz schön viel Geld.
Ralf: Okay, da hast du recht, das stimmt.
Moritz: Bei Spotify ist es jetzt so, dass du als Eltern oder Erziehungsberechtigter einen Kinderaccount einrichten kannst, bei dem du erst einmal unangemessene Musik wiedergeben deaktivieren kannst. Dementsprechend werden dann Songs mit expliziten Texten zwar angezeigt, sie können aber nicht ausgewählt werden. Das gilt dann für Deutschrap Texte bzw Songs wie zum Beispiel Tilidin von Capital Bra und Samra oder Kokain von Bonez und RAF Camora.
Ralf: Also das Musik kennst du ja.
Moritz: Ich meine die das sind. Das sind Songs, die unter Umständen Rolle spielen, glaube ich deshalb attraktiv sind, weil sie unter Umständen Texte haben, die vielleicht entsprechend, ich sage mal krass sind. Und die sind generell immer mit so einem kleinen E gekennzeichnet. Also das kennt man ja auch auch von von englischsprachiger Musik. Außerdem kannst du deaktivieren grundsätzlich, dass Videos abgespielt werden. Das betrifft dann auch diese kleinen Videosequenzen, die bei manchen Songs dann immer automatisch dargestellt werden.
Ralf: Das finde ich jetzt eine ganz wichtige Einstellung, da ich von vielen Eltern gehört habe, dass es Kinder gibt, die dann stundenlang irgendwelche Musikvideos gucken, obwohl man per Family Link oder Bildschirmzeit meinetwegen YouTube oder andere Plattformen zeitlich begrenzt hat.
Moritz: Genau das ist bei Apple Music genauso möglich. Also da kannst du die Musikvideos auch grundsätzlich ausschalten und kannst da auch genauso bei Apple Music anstößige Texte unterbinden. Bei Apple erledigst du das alles über die Rubrik Bildschirmzeit, wo dann auch die Beschränkung für Apple Music entsprechend auftaucht.
Ralf: Hier muss man vielleicht noch mal kritisch anmerken, dass dies dann am einfachsten geht, wenn sowohl Eltern als auch Kinder Apple Geräte verwenden.
Moritz: Ja, ja.
Ralf: Ja, wenn die Eltern halt kein Apple Gerät haben, die Kinder aber dennoch. Mit Apple Music beispielsweise mit dem iPad Musikhören ist es am einfachsten, wenn sich die Eltern entsprechend auf dem Gerät der Kinder einloggen und die Einschränkungen dort vornehmen. Und diese Einstellung kann man dann mit einem Pin schützen, so dass die Kinder das nie nachträglich verändern können. Genauso kannst du dann auch bei Apple Nutzungszeiten einrichten, dass beispielsweise nach 21:00 keine Musik oder Hörspiele bzw Apple Music generell nicht mehr genutzt werden kann.
Moritz: Genau. Und das ist ein ganz wichtiger Punkt. Das geht bei Spotify in der App so ohne Weiteres nicht. Also hier musst du dann eben den Umweg nehmen über die Bildschirmzeit oder beim Androidgerät per Family Link dann wieder die Spotify App entsprechend einschränken. Wenn du jetzt über den Elternaccount den Kinderaccount eingerichtet hast und die entsprechenden Einschränkungen vorgenommen wurden, dann meldest du dich mit deinen Anmeldedaten auf dem Smartphone oder Tablet, mit dem das Kind Spotify hören soll, an und wählst dann unter. Wer hört gerade den Account des Kindes aus. Das gibt eine gute Anleitung auch von Spotify zu verlinken. Du kannst dann natürlich auch zwischen deinem Account und dem Account des Kindes hin und her wechseln. Wenn du jetzt nur ein Gerät hast, was du dem Kind dann zur Verfügung stellst. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, am Smartphone oder Tablet dann bestimmte Künstlerinnen und Künstler auszuschließen. Du könntest ja zum Beispiel sagen, dass ein ganz bestimmter Musiker generell, von dem du ausgehst, meinetwegen Capital Bra, der jetzt vielleicht auch in nicht eindeutig gekennzeichneten Texten Texte verwendet, von denen du nicht möchtest, dass dein Kind das hört und du davon ausgehen muss, dass dein Kind diesen Musiker sucht, deaktivieren. Das gleiche gilt auch für einzelne Songs, die du so sperren kannst. Und wenn dein Kind jetzt geblockte Songs oder Künstlerinnen und Künstler sucht, werden die zwar in den Suchergebnissen angezeigt, es ist dann aber der Hinweis zu finden, dass durch die Einstellung der Eltern oder Erziehungsberechtigten der Song nicht verfügbar ist.
Ralf: Okay.
Moritz: Und dann kann man halt nachfragen, warum ist das so? Leider geht das nicht andersrum. Es ist nur so eine Blacklist vorgesehen, bei der du wissen musst, was für dein Kind nicht geeignet ist. Also wo du sagst ich will, dass mein Kind das nicht hört.
Ralf: Vielleicht noch mal ganz kurz als Erklärung Eine Blacklist ist quasi eine Liste, auf der alle Sachen aufgelistet sind, die gesperrt werden sollen. Das Gegenteil wäre dann eine Whitelist, bei der dann angegeben würde, was erlaubt sein soll. Das heißt, wenn ich jetzt sage, ich möchte, dass mein Kind nur Nina Chuba hört, könnte ich in einer Whitelist das anlegen. Nur Nina Chuba darf dann abgespielt werden. Und wenn ich das jetzt-
Moritz: Das gibt es aber nicht.
Ralf: Ja, genau, dann müsste ich es andersrum machen. Ich müsste alle anderen Künstler außer Nina Chuba sperren und das ist ja sehr unpraktisch.
Moritz: Genau so ist es irgendwie halt nicht so richtig gedacht. Genau so eine Whitelist gibt es nicht.
Ralf: Das macht super viel Arbeit.
Moritz: Und deshalb ist an dieser Stelle die Spotify Kids App zu erwähnen. Da kannst du dann auswählen, was dein Kind hören soll. Also auf eine ganz andere Art und Weise. Und da gibt es einmal Audio für die größeren. Spotify schreibt hier, dass diese Einstellung ideal ist für Kinder zwischen fünf und zwölf. Alternativ gibt es Audio für die kleineren, was ideal sein soll für Kinder zwischen null und sechs.
Ralf: Und wer entscheidet das?
Moritz: Also wer entscheidet was?
Ralf: Was jetzt beispielsweise für die Kleinen ist?
Moritz: Ach so, ja, das konnte ich nicht so richtig rausfinden. Ich nehme an, dass es eine Mischung aus einem Algorithmus ist, der Texte und Metadaten und sowas analysiert. Aber gleichzeitig gibt es auch eine. Oder muss es auch eine Art Redaktion geben, die beispielsweise bestimmte Musik aus den Charts oder so dann erstmal für unproblematisch hält und dann die auch so kategorisiert. Und ich würde sagen, dass das, was dir als Kind im üblichen Radio, was ich jetzt irgendwie, was man so hört, an Songs begegnen kann, wird wahrscheinlich dann auch da einem begegnen und das ist überwiegend unproblematisch. Die App ist generell sehr kindgerecht gestaltet, würde ich sagen, mit sehr großen Icons, auf denen dann meinetwegen Bibi Blocksberg oder die drei Fragezeichen Kids oder so zu erkennen sind, so dass also Kinder, die noch nicht lesen können, mit diesem Angebot oder in diesem Angebot stöbern können und so wahrscheinlich dann auch Sachen finden würden, die den Kindern dann gefallen. Aber ich glaube generell nicht, dass es sinnvoll ist, dass Kinder, die noch nicht lesen können, also das sind ja die Kleinen, unbegleitet diese App benutzen sollten. Da mache ich mir weniger Sorgen, dass sie mit wirklich problematischen Inhalten konfrontiert werden, sondern dass sie dabei eher nicht lernen, zielgerichtet zu suchen, sondern das Erstbeste, was dann erkannt wird oder interessant aussieht, so ausgewählt wird. Und ein guter Kompromiss könnte zum Beispiel sein, dass die Eltern mit dem Kind zusammen einzelne Songs oder Hörspiele heraussuchen und die dann entsprechend liken, sodass sie dann unter Lieblingsmusik ausgegeben werden. Das hat außerdem den Vorteil, dass die entsprechenden Songs dann auch offline verfügbar sind. Das heißt, wenn das Tablet dann keine Internetverbindung hat, was unter Umständen sehr sinnvoll sein kann, wenn das Gerät dann im Kinderzimmer verbleibt, kann trotzdem Musik gehört werden. Und in der Bedienung fand ich das bei Hörspielen sehr unpraktisch. Es ist mir nicht gelungen, ein ganzes Hörspiel ohne Weiteres in die Liste Lieblingsmusik zu bekommen. Da kannst du dann wirklich immer nur die einzelnen Kapitel abspeichern.
Ralf: Und das ist bei Amazon Music im Prinzip auch möglich. Da kannst du auch ausschließlich bestimmte Inhalte offline verfügbar machen.
Moritz: Ja.
Ralf: Und auch explizite Songtexte kannst du genauso blockieren. Generell würde ich aber sagen, Amazon Music ist da im Prinzip ja so in den kompletten Amazon Account integriert und das würde jetzt das im Detail zu erklären, hier den Rahmen glaube ich sprengen.
Moritz: Vielleicht wollen wir das tatsächlich irgendwann mal nach. Also fände ich schon auch spannend, sich damit noch zu beschäftigen. Auf der Startseite der Spotify Kids App kannst du dich ja wie üblich bei solchen Anwendungen inspirieren lassen. Unter Umständen aber auch von Sachen, die du vielleicht als Eltern gar nicht gut findest. Es sind ja auch unter Umständen Geschmacksfragen. Wenn du jetzt aber direkt auf Suchen tippst, gibt es eine Übersicht, die ich mir eigentlich als Startseite wünschen würde. Hier gibt es dann Rubriken wie Hörspiele, Top Hits oder Lernen. Und wenn du dann zum Beispiel auf Hörspiele tippst, tauchen Bibi und Tina, Benjamin Blümchen, Disneygeschichten und sonst was auf. Und was ein bisschen seltsam war, war, als ich dann bei meinen Tests beispielsweise Cars in der Rubrik Disney Geschichten hören wollte. Das hat einfach nicht funktioniert. Da tauchte dann die Meldung auf Hoppla, die ist gerade nicht verfügbar. Das würde mich jetzt als Kind total ärgern, wenn ich gerade Cars hören möchte und es wird dann angeboten, aber funktioniert nicht.
Ralf: Okay.
Moritz: Ein Risiko mit Spotify im Kinderzimmer sehe ich immer darin, dass das Kind meinetwegen Spotify beendet und dann was ganz anderes mit dem Tablet macht. Der geführte Zugriff beim iPhone wäre dann sinnvoll. Dann kann halt Spotify nicht beendet werden beim iPhone oder iPad. Oder dass man meinetwegen jetzt das Handy sperrt und das Kind das Handy nicht entsperren kann. Oder das Tablet. Und auf die Weise dann über die Navigation im Sperrbildschirm trotzdem Song skippen kann.
Ralf: Aber diese Funktion gibt es für Android ja mittlerweile auch.
Moritz: Genau das wäre genau. Ich finde es eigentlich sehr charmant, Kinder bewusst heranzuführen an die Idee. Ich möchte ganz bestimmte Musik hören und mich nicht von einem Algorithmus irgendwie leiten lassen. Also zum Beispiel kann man ja, wenn man jetzt irgendwelche Urlaubsfahrten oder so eine extra Playlist zusammengestellt hat, die dann im Urlaub viel gehört wurde, dass die Kinder dann in der Freizeit auch wieder diese Playlist hören und dann wieder an den Urlaub erinnert werden oder so, aber das ist vielleicht eher meine ganz persönliche Art und Weise, mit Musik umzugehen. Also ich lasse mich tatsächlich auch als Erwachsener ungern von einem Algorithmus versorgen, als dass ich mich selber aktiv auf die Suche von Musik mache.
Ralf: Ja, wobei du durch den Algorithmus natürlich auch Musik kennenlernen kannst, die man sonst vielleicht nicht gehört hätte.
Moritz: Klar. Also ich würde mich dem jetzt nicht grundsätzlich verschließen. Aber ich weiß nicht, ob so na ja.
Ralf: Aber gehört vielleicht nicht hier so richtig hin. Aber was mich an Spotify generell stört, ist diese ganze KI generierte Musik.
Moritz: Ja, da beschweren sich einige, die eben durch den Algorithmus da so unterwegs sind.
Ralf: Ich meine, Spotify steht doch generell in der Kritik, würde ich sagen. Die Vergütung der Künstlerinnen und Künstler gilt als ungerecht. Kleinere und unabhängige Künstler verdienen oder Künstlerinnen verdienen kein Geld oder sehr gering.
Moritz: Ja.
Ralf: Große Labels machen da riesen Umsatz, werden auch als extrem bevorzugt. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der Spotify Chef Daniel Ek in Rüstung und KI Unternehmen investiert.
Moritz: Ja, ja.
Ralf: Und wenn du nicht möchtest, dass mit deinem Geld Waffen hergestellt werden, müsstest du Spotify entsprechend meiden.
Moritz: Ja.
Ralf: Und die ganze künstlich hergestellte Musik, die dann einfach quasi zwischen deiner Musik abgespielt wird, soll wohl noch günstiger sein als die Vergütung von Menschen hergestellter Musik.
Moritz: Ja.
Ralf: -einige Musikerinnen und Musiker befürchten, dass irgendwann handgemachte Musik überhaupt gar keine Chance mehr hat. Wenn ein Unternehmen das langfristig schafft, die Menschen so an KI-Musik zu gewöhnen.
Moritz: Ja.
Ralf: Ich muss ganz ehrlich sagen Das ist ein Unternehmen wie Spotify. Das ist mir nicht so richtig sympathisch.
Moritz: Ich denke.
Ralf: Wurde deutlich.
Moritz: Das wurde sehr deutlich. Ich glaube nein. Also ich will Spotify hier nicht verteidigen. So. Also du weißt, ich nutze Spotify privat auch und habe da auch meine ganzen ja auch so.
Ralf: Ich ja auch.
Moritz: So wie du es gerade aufgezählt hast, klingt es auf jeden Fall alles wirklich nach einem sehr unsympathischen Unternehmen. Es ist allerdings nicht so, dass wenn du Spotify Kunde bist, Spotify mit deinem Geld irgendwelche Waffen produziert. Also soweit ich weiß, verdient Daniel Ek als CEO eine Menge Geld, was man sich natürlich auch in Frage stellen oder kritisieren kann. Nur ist das jetzt kein Phänomen. Nur ist das jetzt kein Phänomen, was nur Spotify betrifft. Also hinter den ganzen großen Unternehmen wie Amazon oder Meta stecken Personen, die mit ihren Anteilen an den Unternehmen unfassbar viel Geld verdienen. Und Daniel Ek. Also ich meine, wir verdienen mit unserem Podcast bei Spotify auch kein Geld, aber vielleicht Spotify schon. Wobei ich nicht weiß, ob irgendwer sich jetzt extra ein Account einrichtet, nur weil man uns hören will. Aber der CEO Daniel Ek hat sich entschieden das von ihm verdiente Geld in Rüstungsunternehmen zu investieren, die, soweit ich das weiß, ich bin aber kein Rüstungsexporte Waffen herstellen, die dann unter anderem auch von meinetwegen der Bundesregierung angeschafft werden könnten. Ich glaube, es geht dabei um KI gesteuerte bewaffnete Drohnen. Und ich bin wirklich kein Experte im Bereich Waffentechnik. Ich gehe davon aus, dass entsprechende Waffen in den nächsten Jahren tatsächlich auch von der Bundeswehr angeschafft werden. Wenn einem solche Waffen nicht gefallen, dann ist natürlich zum einen das Problem, dass jemand solche Waffen herstellt. Mindestens genauso problematisch ist aber auch, dass irgendjemand diese Waffen kauft. Und das ist unter Umständen nicht irgendein fieser Drogenbaron oder so, sondern indirekt du selber. Wenn du dann in der Bundesrepublik Deutschland Steuern zahlst.
Ralf: Ja, aber machst du dir das nicht ein bisschen zu einfach?
Moritz: Wieso mache ich es mir einfach? Ich fände es natürlich viel besser, wenn es niemanden auf der Welt gäbe, der KI gesteuerte Kampfdrohnen kaufen würde oder dass man die gar nicht braucht oder dass es keine Begründung dafür gäbe. Dann würde Daniel Ek sein Geld wahrscheinlich auch nicht in solche Unternehmen investieren. Es kann natürlich sein, dass er aus Hobby oder Leidenschaft die Entwicklung solcher Waffen unterstützt. Ich glaube aber eher, dass er, also Daniel Ek davon ausgeht, dass er auf diese Art und Weise sein Geld sehr effizient vermehren wird.
Ralf: Aber ich finde es schon nachvollziehbar, wenn sich jemand politisch dafür einsetzt, dass solche Waffen nicht angeschafft oder eingesetzt werden. Zum Beispiel wenn du dich bei der Bundestagswahl darüber informierst, über welche Form von Bewaffnung die Bundeswehr sich bestimmte Parteien einsetzt, dass man das Unternehmen dann meidet.
Moritz: Ja klar.
Ralf: Viele Menschen, die zum Beispiel Elon Musk und seine politische Haltung nicht akzeptieren wollen, haben sich deshalb ja auch gegen einen Tesla entschieden. Wenn sich, wenn sie sich ein Elektroauto kaufen.
Moritz: Ja, an Elon Musk muss sich eben auch denken.
Ralf: Ja, und Jeff Bezos steht auch in der Kritik. Auch für Jeff Bezos nicht mehr der CEO von Amazon ist. Verdient er über seine Anteile und Aktien immer noch an diesem Geschäft?
Moritz: Ja. Von daher ist das Problem wahrscheinlich eher ein grundsätzliches, dass hinter diesen ganzen Tech-Konzernen unfassbar reiche und deshalb auch unfassbar einflussreiche in diesen Fällen Männer stehen, die ihren Einfluss in vielen Bereichen nicht nutzen, um die Welt aus unserer Sicht zu einem besseren Planeten zu machen.
Ralf: Deshalb finde ich es schon nachvollziehbar, wenn Menschen aus Engagement meinetwegen Spotify und andere Unternehmen meiden.
Moritz: Du kennst mich. Ich finde das grundsätzlich auch total gut. Ich mache immer, wo ich kann. Werbung für Signal als Alternative zu WhatsApp. Und in den meisten Fällen ist Signal als Messenger genauso gut wie WhatsApp. Der Hauptnachteil ist, dass viele Menschen kein Signal benutzen.
Ralf: Ja, das wollte ich auch gerade sagen.
Moritz: Aber solange das so ist, hat WhatsApp genau dieses Monopol und da können die mit unseren Daten machen, was sie wollen.
Ralf: Mir hat neulich jemand gesagt, dass man auf einem MacBook Signal überhaupt gar nicht verwenden kann oder nur über den Browser.
Moritz: Nein, das stimmt so nicht. Du findest die App nicht im App Store, sondern musst sie auf der Website von Signal runterladen. Dann kannst du Signal auch ganz normal als App bei MacOS verwenden.
Ralf: Das sollten wir auf jeden Fall mal verlinken.
Moritz: Ja, wir sollten vielleicht in der ganzen Diskussion jetzt mal wieder runterkommen. Vielleicht verlinken wir noch eine ganz andere Initiative an dieser Stelle. Und zwar den DI-DAY. Das ist der Digital Independence Day. Und hat zur Idee, dass Nutzerinnen und Nutzer des Internets sich nach und nach von großen Monopolen entfernen. Der Hintergrund ist im Prinzip das, was wir gerade besprochen haben dass hinter den Monopolstellung mancher Dienste Menschen viel Einfluss darauf haben, wie wir uns vernetzen und wie wir uns informieren können.
Ralf: Und was passiert dann am DI-DAY?
Moritz: Die Idee ist, dass am ersten Sonntag des Monats immer überlegt werden kann, auf welchen Kommunikationskanal zum Beispiel man verzichten könnte und oder eine Alternative nutzen kann. Egal ob das Suchmaschinen sind, Browser oder Onlineshops. Es werden dann zu allen diesen Teilen des digitalen Alltags Alternativen vorgeschlagen und beschrieben, wie der Wechsel dann stattfinden kann. Also zum Beispiel kannst du dich entscheiden, PayPal nicht mehr zu benutzen und stattdessen auf Vero umzusteigen. Vero funktioniert grundsätzlich ähnlich, nur dass dahinter ein europäisches Unternehmen steckt. Also wegen Datenschutz total geil. Im Endeffekt unterstützt du auf diese Weise auch die europäische Wirtschaft als Alternative zu Google. Als Suchmaschine wird dann Ecosia vorgeschlagen, statt Microsoft Office vielleicht Libre Office und.
Ralf: Gibt es eine Alternative zu Spotify?
Moritz: Also bei DI-DAY gibt es soweit ich das weiß, da noch keine konkrete Anleitung. Aber TIDAL oder Tidal? Ich weiß gar nicht, wie man das ausspricht. Gilt da oft als Alternative. Zum einen soll da die Klangqualität besser sein. Das fände ich zum Beispiel eigentlich ganz geil. So als Musiknerd. TIDAL zahlt nach eigenen Angaben pro Stream auch wesentlich mehr an die Künstlerinnen und Künstler.
Ralf: Und gibt es da denn auch die Möglichkeit, Podcasts zu hören? Also unseren zum Beispiel.
Moritz: Das gibt es in der Form nicht. Das heißt, wenn du jetzt über Spotify Podcasts hörst, bräuchtest du noch eine zweite Alternative, mit der du dann entsprechend deine Podcasts weiter hören kannst. Aber ich möchte ja noch mal sagen, dass ich jetzt meine Rolle oder unsere Rolle an dieser Stelle in diesem Podcast nicht sehe. Grundsätzlich Menschen von Spotify oder Amazon abzuraten oder dass das hier eine Aufforderung sein soll, liebgewonnene Monopole zu verlassen.
Ralf: Nein, nein.
Moritz: Aber vielleicht war die Diskussion auch mal wichtig jetzt.
Ralf: Ja, ich glaube, ich wollte es nur ansprechen, weil das in vielen Familien, glaube ich, auch ein großes Thema ist.
Moritz: Ja, und unsere Rolle war tatsächlich auch immer darauf hinzuweisen, dass es beispielsweise zu WhatsApp als Monopol die alternative Signal gibt. Und gleichzeitig haben wir aber auch nie gesagt, dass man WhatsApp nicht benutzen soll. Also durchaus beides. Und genauso würdig. Egal.
Ralf: Okay.
Moritz: Genau.
Ralf: So viel dazu. Was hast du noch?
Moritz: Oh, sind wir schon durch?
Ralf: Ja, ich glaube.
Moritz: Moment. Genau. Ich habe hier noch eine kleine Ergänzung zur letzten Folge. Wir haben in der letzten Folge unter anderem beschrieben, dass Social Media Plattformen wie Instagram oder Tiktok nicht wirklich geeignet sind, um sich zu informieren. Dazu habe ich noch ein schönes Beispiel nachzuliefern. Ich habe neulich erlebt, wie jemand mit dem Smartphone da am rumscrollen war und auf einmal sagte Das kann ja wohl nicht wahr sein, dass hier morgen in Hannover schon wieder die Schule ausfallen soll wegen Glatteis. So, und das war also letzte Woche, das sollte irgendwie zwei Grad plus sein und so und ich habe da auch gedacht, wie lächerlich ist das wegen zwei Grad plus und vielleicht zu erwartenden Regen oder leichtem Schnee die Schule ausfallen zu lassen. Habe dann aber noch mal nachgefragt, woher die Person das weiß. Und die Antwort war dann, dass die Hannoversche Allgemeine Zeitung das auf Instagram gepostet hätte, kam noch gleich der Hinweis, dass in den Kommentaren sich ganz viele Leute schon aufgeregt haben, was da für Lappen bei der Verwaltung arbeiten und keine Ahnung was. Auf den zweiten Blick kam dann aber raus, dass die Hannoversche Allgemeine Zeitung das zwar gepostet hatte, aber schon zwei Wochen vorher. Und du musst schon sehr genau gucken, um zu erkennen, wie alt etwas ist, was auf Instagram vom Algorithmus bei dir dann auf den Bildschirm gespült wird. Und wenn es wirklich ein vernünftiges Informationstool wäre, würde sehr deutlich drüber stehen. Meldung vom 10. Februar 2026. Und dann wäre da der Inhalt zu lesen.
Ralf: Ich gehe jetzt mal davon aus, dass in dem Artikel der Harz dann schon das Datum stand.
Moritz: Ja, bestimmt. Aber so weit ist es gar nicht gekommen, weil die Person quasi nur die Überschrift oder das, was da jetzt als Teaser im Video stand oder so gelesen hat und sich das Video oder den Artikel gar nicht weiter angeguckt hat. Und die Person hat auch gar keine Kinder. Also das betrifft sie auch gar nicht als Nachricht, aber im Hinterkopf bleibt dann unter Umständen trotzdem, dass schon wieder die Schule ausgefallen ist, obwohl der Schnee gar nicht so schlimm war.
Ralf: Okay, auf jeden Fall ein schönes Beispiel, wie man Instagram dann vielleicht nicht nutzen sollte.
Moritz: Ja, vielleicht wird das ja einfach mal so sein, dass Instagram hier besser wird und dann deutlicher angezeigt wird, wie alt eine Nachricht ist oder was einem da angezeigt wird. Und damit kommen wir jetzt nämlich zu einer neuen Rubrik in unserem Podcast.
Ralf: Eine neue Rubrik?
Moritz: Ja, und los geht's.
Rubrik Song: Es wird doch manches besser im Internet.
Ralf: Wow!
Moritz: Die EU Verbraucherrechte Richtlinie stärkt den Verbraucherschutz bei Verträgen zwischen uns, also den Verbraucherinnen und Verbrauchern und dem Onlinehandel in der EU. Dabei geht es unter anderem um Widerrufsrecht, Informationspflichten, aber auch der Transparenz bei Kosten. Demnach muss im Internet bei einem Vertragsabschluss der Gesamtpreis in echter Währung zu sehen sein.
Ralf: Was ist denn eine echte Währung?
Moritz: In Deutschland würde ich mal sagen Euro.
Ralf: Okay, das bedeutet, dass ich beim Einkaufen im Internet sehen muss, wie viel ein ganz bestimmtes Produkt in Euro kostet.
Moritz: Genau, das.
Ralf: Ist ja mal richtig tolle Errungenschaft.
Moritz: Ja, aber ich finde das wirklich richtig großartig, weil.
Ralf: Moment. Wo kaufst du denn ein, wo das nicht der Fall ist?
Moritz: Also ich kaufe in der Regel da ein, auch online, wo schon immer stand, wie viel Euro ein ganz bestimmtes Produkt kostet. Viele Kinder und Jugendliche aber nicht. Womit bezahlst du denn zum Beispiel bei dem Spiel Fortnite?
Ralf: Ähm, ja, okay, ich verstehe. Da zahlst du mit V-Bucks. Ja, ein Problem, von dem uns ganz viele Schülerinnen und Schüler tatsächlich in Workshops erzählen, ist, dass man unter Umständen nicht auf den ersten Blick weiß, was ein ganz bestimmter Skin oder irgendwelche Items im Shop dann kosten.
Moritz: Genau.
Ralf: Also in Euro.
Moritz: Genau deshalb passiert es unter Umständen, dass man viel mehr V-Bucks und im Endeffekt auch mehr Euro wegen dieser fehlenden Transparenz ausgibt.
Ralf: Ja und was bedeutet jetzt die von dir angesprochene Richtlinie für die Praxis?
Moritz: Ganz konkret bedeutet das, dass du seit ein paar Wochen bei Fortnite im Itemshop nicht nur siehst, wie viel V-Bucks du investieren musst, sondern auch, was die Summe in echter Währung, also in Euro, kostet. Und das schafft eben Transparenz, die wir eigentlich auch schon lange gefordert haben in diesem Bereich.
Ralf: Und das finde ich richtig gut.
Moritz: Und deshalb muss das Ganze auch Erwähnung finden in unserer neuen Rubrik. Es wird auch manches besser im Internet.
Rubrik Song: Es wird auch manches besser im Internet.
Ralf: Okay, wir kommen zum Schluss.
Moritz: Was empfehlen wir als Folge zum Weiterhören?
Ralf: Ich weiß gar nicht, ob ich die Folge schon erwähnt hatte. Ich muss mehrmals an die Folge "Family Link und Bildschirmzeit im Familienalltag" vom 17. November 2025 denken.
Moritz: Das passt auf jeden Fall sehr gut. Ja, wir freuen uns über Rückmeldungen an podcast@smiley-ev.de oder über unsere gängigen Social Media Accounts und sagen Tschüss, bis zum nächsten Mal!
Ralf: Tschüss!
Ralf: Ich habe mich da jetzt ein bisschen in Rage geredet. Ich weiß nicht, schneidest du das nachher raus.
Moritz: Das habe ich auch. Also ich wahrscheinlich schon, weil äh-
Ralf: War nicht so geplant auf jeden Fall.
Moritz: Genau. Aber auf der anderen Seite glaube ich, ist das, was du da. Ich teile das ja.
Ralf: Ja.
Moritz: Ich bin aber gleichzeitig auch.
Ralf: Es ist aber glaube ich, auch ein Familienthema.
Moritz: Ja, von daher.
Ralf: Ich bin gespannt.
Moritz: Genau. Wenn wirs rausschneiden, schneiden wir das jetzt hier auch raus.
Moritz: Das stimmt.
Moritz: Müssen wir einen neuen Schluss aufnehmen. Mach's gut. Ciao.