Transkript:
Ralf: Wie mache ich als Eltern mit Family Link, Bildschirmzeit oder der Familienfreigabe das Smartphone kindersicher? Und ist es dann auch wirklich sicher?
Ralf: Endlich ist wieder Medienerziehungs Montag. Und zwar der 17. November 2025. Zeit für eine neue Folge. Was mit Medienerziehung, dem Podcast von Smiley e.V..
Moritz: Der Verein Smiley e.V. besucht Schulklassen, um mit Schülerinnen und Schülern einen konstruktiven Umgang mit Social Media und dem Smartphone zu diskutieren. Außerdem arbeiten wir mit Eltern und Fachkräften zum Thema Medienerziehung.
Ralf: In diesem Podcast besprechen wir unsere Eindrücke aus den oben genannten Veranstaltungen und machen uns tiefergehende Gedanken zum Thema Medienerziehung. Mein Name ist Ralf Willius.
Moritz: Und ich bin Moritz Becker.
Ralf: Und heute ist unsere Kollegin Friederike Eike bei uns.
Friederike: Hallo Moritz, Hallo Ralf.
Moritz: Herzlich willkommen!
Ralf: Friederike Eike gehört zum Team von Smile e.V., arbeitet mit Schulklassen und Eltern und bietet seit ein paar Wochen oder Monaten ein neues Angebot von smiley e.V. an, einen Elternabend, der nicht die Idee hat, möglichst viele Eltern zu erreichen, sondern eine relativ überschaubare Gruppe, mit der dann sehr intensiv gearbeitet werden kann. Und ein Schwerpunkt ist die Frage, wie ein Smartphone kindersicher konfiguriert werden kann. Das soll heute auch unser Thema sein. Wie mache ich als Eltern mit Family Link, Bildschirmzeit oder der Familienfreigabe das Smartphone kindersicher? Und ist es dann auch wirklich sicher?
Moritz: Aus organisatorischen Gründen befinden wir uns leider in unterschiedlichen Räumen und sind nicht gemeinsam hier in meiner Küche, in der normalerweise dieser Podcast aufgenommen wird. Wir legen sofort los. Wir müssen nur noch einmal ganz kurz über die letzte Folge sprechen.
Friederike: Kein Problem!
Ralf: Wir beeilen uns. Ich glaube, so viele Rückmeldungen zur letzten Folge, in der wir einen kleinen Überblick über aktuelle Materialien zum Thema Medienerziehung gegeben haben, hatten wir glaube ich auch gar nicht, oder?
Moritz: Der Vollständigkeit halber muss man natürlich noch sagen, dass es nach dem letzten Medienerziehungs Montag zwischendurch noch die Folge gab, in der wir uns mit der Doku über den Offenbacher Rapper Haftbefehl beschäftigt haben. Da will ich jetzt aber auf die Rückmeldung nicht eingehen, sondern eigentlich nur zu der Folge, die du gerade angesprochen hast. Und da möchte ich eine Rückmeldung einfach nur kurz vorlesen. Die Sendung ist sofort eine meiner Lieblingsfolgen. Großartig! Damit können sehr viele Leute sehr viel anfangen.
Ralf: Vielen Dank für diese nette Rückmeldung.
Moritz: Außerdem wurden wir gefragt, warum wir die Materialien von SCHAU HIN! nicht erwähnt haben. Da ist mein Vorschlag, dass wir die Materialseite der Initiative einfach dieses Mal verlinken. Aus zeitlichen Gründen möchte ich jetzt gar nicht auf die ganze Materialpalette eingehen. Grundsätzlich ist da aber einiges sehr Gutes mit dabei. Hinter SCHAU HIN! steckt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, unter anderem auch die ARD, das ZDF und die AOK und verschiedene andere Partnerorganisationen.
Ralf: Okay.
Moritz: Was ich auch noch gerne am Ende besprechen würde, wäre noch was zum Thema Umgang mit Radikalisierung bzw wie mit Institutionen umgegangen werden kann. Oder sollte die Social Media nutzen, um junge Menschen zu radikalisieren.
Ralf: Aber wie gesagt, das machen wir am Ende.
Moritz: Dann können wir jetzt einsteigen in das Thema von heute.
Ralf: Sehr gut. Wir haben eben schon gesagt, bei smiley e.V. gibt es ein neues Angebot für Eltern, bei dem wir gemeinsam mit den Eltern praktisch ausprobieren, wie ein Smartphone durch Bildschirmzeit oder Familelink je nach Gerät konfiguriert werden kann. Wir haben dazu extra Übungs smartphones angeschafft für die Eltern, wo es in der Familie noch kein Smartphone gibt. Viele Eltern bringen aber auch die eigenen Geräte mit, entsprechend von zu Hause oder üben mit dem eigenen Smartphone. Und dieser Elternabend wird von smiley e.V. durch unsere Kolleginnen bzw Kollegen Friederike Eike und Jonas Schweden durchgeführt. Liebe Fritzi. Soweit ich weiß, beginnt der Abend erst mal damit, dass ihr die Sorgen der Eltern sammelt, bevor ihr technische Lösungen dazu findet. Welche Sorgen sind es, die die Eltern beschäftigen?
Friederike: Ein großer Teil der Sorgen sind Sucht oder Abhängigkeit, also letztlich übermäßiger Konsum. Dass die Kinder gar nicht aufhören zu glotzen oder zu chatten oder was auch immer.
Moritz: Und sicherlich geht es dabei auch um die Folgen, die diese etwas einseitige Freizeitgestaltung dann nach sich zieht.
Friederike: Ja, es gibt Eltern, die sich über so körperliche Auswirkungen auch Gedanken machen, weil die Kinder sich weniger bewegen, nicht mehr rausgehen. Vor allem jetzt natürlich auch noch durch die Tabletnutzung in den Schulen ist das, glaube ich, noch mal mehr auch zur Sorge geworden, weil die Bildschirmzeit dadurch natürlich für viele Kinder deutlich länger ist.
Moritz: Ein Hauptinteresse der Eltern ist dann, entsprechend die Nutzungszeiten zu begrenzen.
Friederike: Absolut. Und was auch eine große Rolle spielt, ist die Frage danach Was machen die Kinder da eigentlich die ganze Zeit? Also dass die Eltern schon auch Sorge haben, haben gerade in der Abendzeit in den Abendstunden, dass da vielleicht auch unangemessene Inhalte geteilt werden oder Kinder sich Inhalte angucken, die sie sich eigentlich gar nicht so ausgesucht haben. Wo sie erst hinterher merken, dass sie das eigentlich doof finden, dass ihnen das Angst macht und sie dann eben in den Abendstunden auch damit alleine sind und deshalb vielleicht auch nicht einschlafen können.
Ralf: Das heißt, auch wenn das Smartphone gar nicht unbedingt noch benutzt wird, spielen die Dinge, die man tagsüber konsumiert hat, dann beim Einschlafen noch immer eine große Rolle.
Friederike: Genau. Und dann natürlich noch so Themen wie Mobbing oder auch Beleidigungen. Dass es Streit gibt, dass die Kinder Opfer werden, in irgendwelchen Chatgruppen oder Bilder oder Videos geteilt werden von von ihren eigenen Kindern. Oder auch Angst davor, dass ihre Kinder diejenigen sind, die unüberlegt Bilder oder Videos von anderen posten. Also auch das hören wir und auch klassisch natürlich, dass die Kinder Kontakt haben mit Erwachsenen, die sich als Kinder oder Jugendliche ausgeben. Oder dass Kinder sich in andere, schwierige Situationen bringen, aus denen sie nicht so richtig wieder rauskommen und dann Sachen machen wie zum Beispiel Bilder von sich verschicken oder ähnliches.
Moritz: Vor allem das letzte, was du gerade beschrieben hast, lässt sich vermutlich nur sehr schwer technisch verhindern. Bei den anderen Punkten würde ich sagen, ist es dann schon einfacher.
Friederike: Grundsätzlich muss man sagen, dass die ein Teil dieser Sorgen den dem kann man sicherlich technisch begegnen. Es gibt zum Beispiel Jugendschutzfilter für Websites. Das macht auf jeden Fall Sinn, die auch zu aktivieren. Aber letztlich können Kinder natürlich auch über andere Kanäle zum Beispiel Dinge zugeschickt bekommen oder sich auch bewusst angucken, die sie überfordern können. Insgesamt ist es so, dass diese technischen Möglichkeiten leider kein Garant sind, um unsere Sorgen abzustellen oder denen vollumfänglich zu begegnen.
Ralf: Fangen wir doch mal bei den problematischen Inhalten an Du hast den Jugendschutz Filter erwähnt.
Friederike: Es gibt eben bestimmte Websites, die dann nicht angezeigt werden können.
Ralf: Genau das, was man hier vielleicht zur Entlastung der Eltern sagen muss, ist, dass die Eltern jetzt nicht alle problematischen Seiten kennen müssen, um sie alle einzeln jetzt zu sperren.
Friederike: Nein, da sind ganz bestimmte Seiten auf jeden Fall schon gelistet und ich habe zusätzlich die Möglichkeit, auch individuell Seiten noch hinzuzufügen. Da kann ich dann tatsächlich auch eine Liste machen mit den Seiten, die mein Kind nicht besuchen soll und die dort hinterlegen.
Moritz: Ich glaube, dass es sehr wichtig ist zu wissen, dass hier einzelne Seiten individuell zusätzlich gesperrt werden können oder vielleicht manche auch entsperrt werden, weil die Kinder sehr unterschiedlich sind und vermutlich unterschiedliche Kinder vor unterschiedlichen Dingen geschützt werden müssen. Wobei ich glaube, dass ein Kind, das unbedingt irgendetwas sehen möchte, was dann nicht geht, irgendeinen Weg finden die Kinder dann trotzdem.
Friederike: Ja, also ich kann mithilfe dieser technischen Lösungen auf jeden Fall einen Schutzraum für mein Kind erstellen und dieser bietet auf jeden Fall auch einen wesentlichen Rahmen. Wichtig ist, glaube ich zu verstehen, dass diese technischen Möglichkeiten eigentlich wie ein Werkzeug zu betrachten sind, dass ich wissen muss, was möglich ist, dass ich wissen muss, welche Einstellungsvarianten es gibt, um es dann so einzusetzen, wie ich es eben brauche. In Bezug auf die Situation, um die es mir geht, in Bezug auf die Sorge in Bezug auf das, wovor ich mein Kind letztlich schützen möchte.
Moritz: Dann noch mal ganz konkret Ich habe jetzt als Vater die Sorge, das Kind ist da abends irgendwie, wie du es eben beschrieben hast, immer noch ewig lange am Handy oder Tablet, irgendwas am machen und des Morgens müde. Was würdest du da jetzt quasi technisch anbieten können?
Friederike: Also wenn es darum geht, das abends einzuschränken, wäre natürlich eine gute Variante zu sagen, das Tablet ist gar nicht im Schlafzimmer des Kindes.
Ralf: Ja, dafür brauche ich kein Family Link oder Bildschirmzeit. Das kann ich ja als Vater einfach so machen, indem ich das Handy einfach einsammeln.
Moritz: Und was machst du, wenn das Handy gleichzeitig der Wecker ist?
Ralf: Dann schläfst das Kind zwar früh ein, steht morgens trotzdem nicht auf. Dann hätte ich das gleiche, hätte das gleich die ganze Nacht durch chatten können. Und ich habe morgens im Prinzip ja die gleichen Probleme.
Moritz: Und es gibt nach wie vor Wecker zu kaufen. Ich habe nachgeguckt oder noch besser Eltern wecken die Kinder ganz liebevoll.
Ralf: Mit Frühstück am Bett.
Moritz: Und ich glaube, dass das kindersichere Handy eigentlich den Eltern ein bisschen Arbeit ersparen sollte. Und das, was wir gerade überlegen. So Frühstück am Bett und so, das klingt nach noch mehr Arbeit.
Friederike: Das wäre ja ziemlich ärgerlich.
Ralf: Na ja, vielleicht so viel. Wer denkt, dass man sich mit dem Handy wecken lassen kann, obwohl das Handy nicht im Schlafzimmer ist. Der sollte bedenken das wird einfach nicht funktionieren.
Friederike: Dann habe ich, habe ich auch dafür gesorgt, dass das Kind nicht aufsteht, indem ich es eben den Wecker mache. Außerdem kann es auch sein, dass mein Kind abends gar nicht richtig eingeschlafen ist, weil es abends immer noch was hört. Zum Beispiel eine Benjamin Blümchen Folge über Spotify. Das heißt, es ist vielleicht doch keine gute Lösung, das Tablet oder das Handy ganz aus dem Zimmer des Kindes rauszunehmen, weil es für andere Dinge notwendig ist, die ich durchaus als Mutter auch unterstützenswert finde. Und dann habe ich eben die Möglichkeit, sogenannte Auszeiten zu erstellen. Das heißt, ich kann eine bestimmte Zeit festlegen, die kann ich frei wählen über Family Link oder Bildschirmzeit und kann sagen, innerhalb dieser Zeit kann im Prinzip das ganze Gerät so nicht genutzt werden. Zusätzlich kann ich als weitere Einstellung aber sagen, dass es bestimmte Apps gibt, die von dieser Auszeit ausgenommen sind. Ich kann abends zum Beispiel dann sagen Spotify ist okay für mich, da hört mein Kind was zum Einschlafen drüber, dann kann ich diese App aus der Auszeit rausnehmen.
Moritz: Auf diese Weise wird aus einem Smartphone im Prinzip ein MP3 Player, mit dem ich nur noch Hörspiele hören, mich aber nicht mehr mit anderen Dingen vom Schlafen ablenken kann.
Friederike: Genau. Was natürlich eine Herausforderung ist, ist diese Doppelnutzung mancher Anbieter. Das hat jetzt Spotify ja auch sich überlegt, dass ich über Spotify mittlerweile auch Videos schauen kann, also mindestens meinen Podcast. Dann kann ich bei der Podcastfolge zuschauen. Das heißt, natürlich kann mein Kind dann theoretisch doch auch noch Videos gucken, ist aber in diesem Fall dann beispielsweise begrenzt auf das, was Spotify anbietet und das sind Musikvideos oder eben diese Podcast Live Mitschnitte.
Moritz: Ich frage mich sowieso oft, wie kindgerecht Spotify in vielen Familien eigentlich ist. Als würde ich jetzt hier ein bisschen den Rahmen sprengen.
Ralf: Das habe ich auch gerade schon gedacht. Das würde ich gerne mal in einer eigenen Folge in unserem Podcast diskutieren.
Moritz: Okay.
Ralf: Ich schreibe das mal hier auf meine Liste. Wie mache ich Spotify kindersicher?
Moritz: Bzw. Geht das überhaupt komplett kindersicher?
Ralf: Wie gesagt, lass uns das jetzt nicht besprechen, das sprengt den Rahmen. Bleiben wir heute erstmal bei der generellen Kindersicherung.
Friederike: Eine wichtige Ergänzung, die mir noch einfällt dazu ist, dass wenn ich zum Beispiel jetzt Spotify aus der Auszeit herausnehme, ich aber zusätzlich eine Bildschirmzeit auf Spotify einrichte, dann muss mir bewusst sein, dass die ja auch außerhalb der Auszeit weiterläuft. Und ich habe eben die Möglichkeit, über Family Link oder Bildschirmzeit bestimmte Bildschirmzeiten zu regulieren. Das heißt, ich kann auch mehrere unterschiedliche Zeiten vorgeben. Es gibt zwei Kategorien Entweder Unterhaltung, Social Media, Bildung, Wissen gibt es ganz viele verschiedene Kategorien und ich kann entweder ganze Kategorien mit einer bestimmten Nutzungszeit belegen. Also ich kann sagen alles rund um Social Media zum Beispiel darf maximal eine Stunde genutzt werden am Tag. Ich kann aber auch einzelne Apps oder Gruppen sogar erstellen. Also ich kann auch sagen, so was wie TikTok und Snapchat beispielsweise dürfen insgesamt nur eine Stunde benutzt werden und dann kann mein Kind selber entscheiden, ob es jetzt eine Stunde Tiktok guckt oder eine halbe Stunde Tiktok eine halbe Stunde Snapchat. Das ist relativ frei wählbar, dann weil es eine Beschränkungsgruppe ist.
Ralf: Was wahrscheinlich dann von Kind zu Kind auch unterschiedliche Gruppen erfordert.
Friederike: Genau davon kann ich beliebig viele Gruppen einstellen. Das ist eigentlich eine ganz, ganz schöne Sache. Die kann man wie gesagt relativ flexibel einstellen und auch sehr individuell lösen. Also von einer Minute bis einem ganzen Tag kann ich da alles einstellen.
Moritz: Das finde ich noch mal wichtig zu betonen, dass von Kind zu Kind die Gruppen individuell sein müssen und die Zeiten entsprechend auch.
Friederike: Was mir gerade einfällt, was wirklich wichtig ist zu wissen, weil es zu viel Stress führt. Es ist ja möglich, wenn diese Bildschirmzeit Beschränkung, diese diese Bildschirmzeit Beschränkung, wenn die beendet ist. Dann können die Kinder eine Anfrage senden, dass sie mehr Zeit wollen.
Moritz: Und die kriegst du dann auf dein Elternhandy?
Friederike: Die kriege ich dann auf meine Elternhandy oder ich kann das auch direkt am Telefon meines Kindes dann einstellen. Das kann ich auswählen, Entweder Anfrage senden oder Bildschirmzeit Code direkt eingeben und dann kann ich mehr Zeit genehmigen. Wenn ich das tue, dann ist es so und das ist wirklich wichtig zu verstehen, dass diese mehr genehmigte Zeit ab sofort gilt. Das heißt, wenn ich meinem Kind jetzt noch eine Viertelstunde mehr Zeit gebe. 15 Minuten ist so eine Einheit, die kann ich da anklicken. Dann geht ab dem Zeitpunkt, wo ich drauf klicke, die Zeit los und mein Kind ist natürlich sofort gestresst, weil es muss es jetzt sofort nutzen.
Moritz: Aber es ist wirklich nur eine unmittelbare Verlängerung.
Friederike: Und das macht den Kindern total viel Stress und viele Eltern verstehen nicht, dass es so ist und dass es deshalb Stress macht. Deshalb ist es mir wichtig, das zu sagen.
Ralf: Das heißt, wenn das Kind jetzt sofort weitermachen muss, dann liegt das nicht daran, dass es extrem süchtig ist, sondern weil die Zeit einfach läuft. Und auch wenn man das Handy gar nicht nutzt.
Moritz: Ich glaube, dass das auch Punkte sind, wo Kinder sehr schnell genervt sind. Also dass man jetzt mitten im Flow, man macht irgendwas. Dann auf einmal ist die Bildschirmzeit aufgebraucht und da kann ich das Interesse dann auch so ein bisschen nachvollziehen, hier den Filter ja auszubremsen oder zu überlisten. Wir haben mal hier im Podcast darüber gesprochen, dass man durch geschicktes Löschen und neu installieren einer App das Zeitkontingent unterlaufen kann. War das nicht irgendwie so?
Friederike: Das kann ich verhindern, indem ich zum Beispiel auch bei bei der Freigabeeinstellung aktiviere, dass Apps nicht einfach ohne Freigabe installiert werden können. Das bedeutet immer dann, wenn mein Kind eine App installieren möchte, dann bekomme auch ich auf mein Elternhandy entweder direkt eine Anfrage und da steht dann dein Kind möchte diese App installieren, dann kann ich was über die App lesen und dann kann ich die Genehmigung erteilen. Oder ich kann das auch direkt auf dem Telefon wie auf dem Telefon meines Kindes machen. Was daran eben auch besonders schick ist, wenn ich diese Einstellung mache, ist, dass es mir dann in dem Moment auch ermöglicht, zum einen was darüber zu erfahren, was mein Kind interessiert und ins Gespräch zu kommen, darüber selber auch coole neue Apps kennenzulernen. Das finde ich auch immer gut.
Moritz: Ich hatte mal ein Fallbeispiel, wo mich deine Meinung zu interessieren würde. Und zwar hat mir eine Mutter erzählt im Rahmen einer Elternveranstaltung, dass die Tochter eine Zeitbegrenzung bei WhatsApp auf ich sag jetzt einfach mal 45 Minuten hatte. Ich weiß es jetzt nicht mehr genau, wie viel es war und dass die Tochter immer mit dem Vater die Eltern leben getrennt, wohl per WhatsApp. Ich glaube per WhatsApp Anruf Kommuniziert hat. Ich weiß nicht genau, warum die immer per WhatsApp telefoniert haben, aber das war zumindest dann oft der Grund, weshalb die WhatsApp Zeit dann sehr schnell aufgebraucht war und das Kind dann nicht mehr die Möglichkeit hatte, mit anderen aus der Schule in irgendwelchen Klassenchats zu kommunizieren oder sich mit Freundinnen und Freunden zu verabreden, weil das eben auch alles dann per WhatsApp stattfand und sie dann da ausgeschlossen war. Und die Mutter war da so ein bisschen hin und hergerissen und war sich nicht sicher. Ist es dann überhaupt sinnvoll, WhatsApp so zu begrenzen? Was würdest du sagen? Im Grunde hast du dann gesagt, Du hast täglich die Situation, dass das Kind kommt und eben wie du es gerade beschrieben hast, dann doch noch mal wieder mehr Zeit braucht.
Friederike: Also ja, das ist natürlich eine komplexe Schwierigkeit, weil WhatsApp gar nicht mehr nur noch ein Messenger ist, sondern wird nicht nur zum Verabreden, sondern auch zum Zeitvertreib genutzt. Und es gibt WhatsApp auch diese Channels und die ermöglichen natürlich noch einen breitgefächerteren Zeitvertreib. In diesen Channels ist es möglich, zum Beispiel Videos zu schauen. Man kann sich da super gut drin verlieren und das macht es einfach besonders schwierig, da jetzt eine gute Regelung zu finden. Und ehrlich gesagt ist das technisch nicht möglich.
Moritz: Das heißt, aus Sicht der Mutter ist das Telefonieren mit Papa eigentlich wertvoll. Das kommunizieren in meinetwegen, wenn es um Hausaufgaben geht, auch. Oder das Verabreden mit Freundinnen und Freunden. Aber das Abhängen in irgendwelchen Channels und Videos gucken wäre dann Zeitvertreib, den sie gerne begrenzen würde. Und das geht eben nicht. Es ist ein und dieselbe App und ich kann da nicht differenziert sagen Channels begrenzen, WhatsApptelefonieren mit Papa ermöglichen, das geht nicht.
Friederike: Nein, das geht leider nicht. Also ich kann natürlich schon YouTube als Website zum Beispiel und auch als App zeitlich begrenzen. Und wenn dann der Channel raus führt, ihn in die YouTube App oder auf die Website, dann würde das nicht gehen. Aber es gibt eben auch viele Videos, die direkt innerhalb von WhatsApp abgespeichert abgelegt sind und nicht über Links abrufbar sind. Und die können dann eben einfach frei geguckt werden. Das ist eine Schwierigkeit. Also was ich halt machen kann, aber das ist etwas, was auch eine sehr individuelle Entscheidung ist, wie ja vieles bei dem Thema ist. Ich könnte mit meinem Kind gemeinsam darüber nachdenken oder vielleicht auch mit meinem Exmann, ob es eine andere Möglichkeit gibt, um zu switchen für diese Telefonie oder auch für Absprachen. Also ich kann beispielsweise so einen Messenger wie Signal, der ist ausschließlich ein Messenger wählen und.
Moritz: Da gibt es keine Kanäle.
Friederike: Da gibt es keine Kanäle, das heißt, da hätte ich die Möglichkeit zu sagen beispielsweise, der ist immer frei, weil da Absprachen getroffen werden können. Da muss ich aber eben auch wieder gucken, Funktioniert das für mein Kind? Also es gibt die Möglichkeit, mit den Kindern gemeinsam auch zu gucken, was sind denn die Freunde, mit denen du dich auch viel verabreden willst? Wenn es jetzt zum Beispiel eher um eine Verabredungsthemen geht, wäre es möglich, dass ihr über Signal kommuniziert und da dann irgendwelche Absprachen trefft. Und auf WhatsApp hast du halt dann eher Daddelzeit. Oder, ja. Es ist eben wirklich ein WhatsApp gebunden und dann ist es nicht so einfach, das voneinander zu trennen.
Moritz: Ich würde sagen, dass es eine Menge Kinder gibt. Für die würden wahrscheinlich die Freundinnen und Freunde dann auch ich sage mal, wegen den strengen Eltern auf Signal ausweichen. Ich glaube, das kann funktionieren. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es Kinder gibt, die vielleicht dann doch nicht so wichtig sind. So brutal wie das klingt für die Klassengemeinschaft, dass jetzt wirklich die ganze Klasse sagt okay, dann gehen wir jetzt alles zu Signal, weil Person XY jetzt keine WhatsApp Zeit mehr hat. Sodass ich mir schon vorstellen kann, dass für manche Kinder das ein sehr drastischer Eingriff ist.
Ralf: Ja klar, der kann ja auch berechtigt sein, wenn es darum geht, die Nutzungszeiten zum Beispiel zu begrenzen.
Moritz: Aber mir geht es jetzt nicht um die Perspektive der Eltern, sondern wirklich um die Perspektive des Kindes. Aus Sicht der Eltern geht es darum, dass man sich meinetwegen mal darauf geeinigt hat, das vielleicht eine Dreiviertelstunde WhatsApp am Tag reicht, was vielleicht für manche Eltern schon ganz schön viel ist. Und man hat gehofft, dass man mit dieser Lösung dann das hinkriegt, dass das Kind sich jetzt die Zeit einteilt.
Ralf: Okay. Und man eigentlich gehofft hat, dass man jetzt nicht mehr so viele Diskussionen im Alltag zum Thema WhatsApp hat.
Moritz: Genau. Und jetzt eskaliert es unter Umständen aber schon wieder, weil das Kind der Mutter unterstellt, dass es überall ausgegrenzt wird. Wenn es nach dem Telefonieren mit Papa, also per WhatsApp telefonieren keine Möglichkeit mehr hat, mit Freundinnen und Freunden zu kommunizieren.
Friederike: Also das ist auf jeden Fall etwas, was hochgradig emotional ist. Und ich glaube auch, dass es viele Kinder sehr stresst, wie du auch schon beschrieben hast dann da vielleicht auch so ein Gefühl von Ausgeschlossenheit. Was ich interessant finde ist, dass wir immer mehr Schulklassen auch haben, wo ich die Erfahrung machen, dass die tatsächlich ihre Klassenchats auf Signal haben. Und dann gibt es da Klassen, die kennen gar kein Signal.
Ralf: So erlebe ich das auch. Schulklassen sind da sehr verschieden, und das heißt zur Individualität des Kindes, das vielleicht sehr beliebt oder vielleicht auch weniger beliebt ist oder sich unbeliebt fühlt.
Moritz: Stimmt ja.
Ralf: Kommt jetzt noch dazu, dass die Eltern in ihren Entscheidungen auch berücksichtigen müssen. Gibt es beispielsweise bei den Freundinnen und Freunden Signal als Alternative zu WhatsApp? Wenn ich WhatsApp aus guten Gründen also jetzt mal anders aus guten Gründen zeitlich begrenzen möchte.
Moritz: Also zumindest lässt sich festhalten, dass Family Link oder die Bildschirmzeit nicht zwangsläufig dazu führt, dass es keine Diskussionen um Handy Zeiten mehr gibt.
Friederike: Und wir sollten auf jeden Fall auch vermeiden, das zu glauben, dass das dazu führt, dass wir weniger Stress haben.
Ralf: Wir hatten ja vorhin schon kurz überlegt, dass Kinder es trotzdem schaffen können. Also wenn sie unbedingt meinetwegen pornografische Inhalte konsumieren wollen, es dann doch auch irgendwie immer eine Lücke gibt.
Friederike: Wir können technisch auf jeden Fall die Telefone nicht zu 100 % kindersicher machen und wir sollten nicht die Idee haben als Eltern, dass das funktioniert.
Ralf: Ich glaube, dass tatsächlich sogar noch neue Diskussionen entstehen können. Wenn, dann permanent wegen Family Link Streit entsteht.
Friederike: Das kann auch wie so ein Spiel kann dann entstehen was, wo es immer darum geht Ich begrenze dich. Du versuchst wieder eine Einschränkung zu durchdringen, also eine Lücke zu finden.
Moritz: Für alle Beteiligten. Stress.
Friederike: Genau das führt eben zu sehr viel Frust, auch bei den Eltern, wenn wir eigentlich die Hoffnung haben, wir stecken da viel Energie rein, das alles gut einzustellen, diese ganzen technischen Einstellungen zu nutzen und wie gesagt, uns da viel Gedanken auch zu machen und dann zu merken, dass wir.
Moritz: Ja.
Friederike: Manchmal entsteht Bei Eltern glaube ich so ein Gefühl von hintergangen werden. Wenn Kinder dann versuchen, da so jede Lücke zu finden, dann doch noch hier ein Video oder da noch oder dann schicken sie sich Sachen, laden das runter, speichern sich das im Kalender und können dann aus dem Kalender irgendwelche Videos anschauen. Also ihr könnt euch auch nicht vorstellen, wie viel unglaublich viel Kreativität da auch drin steckt. Also man könnte das auch sehr. Also ich bewundere auch viele, viele Kinder und Jugendliche dabei, was die sich teilweise auch einfallen lassen. Und manchmal habe ich so ein bisschen das Gefühl, es entsteht auch so ein Spiel zwischen den Erwachsenen und den Kindern. Also du gibst mir eine Beschränkung, ich versuche eine Lücke zu finden und ich glaube, wenn es ein offenes Spiel ist, dann ist es auch okay und dann darf das Spaß machen. Wenn es aber eben etwas ist, was ja so eine unterschwellig unterschwellige Beziehungsdynamik letztlich darstellt, dann ist es unfassbar anstrengend. Sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder und endet in einem Machtkampf.
Moritz: Und dann hilft es ja auch nicht wirklich weiter..
Friederike: Nein, dann hilft es überhaupt gar nicht weiter. Und die Eltern bekommen immer mehr das Gefühl Oh Gott, was soll ich denn noch alles beschränken? Und jetzt wurde ich hier wieder hintergangen und es entsteht sehr viel blöde Stimmung und im Prinzip passiert genau das Gegenteil von dem, was uns wichtig ist, nämlich Vertrauen zueinander zu fassen und miteinander im Dialog sein zu können. Miteinander zu sprechen, eine Ebene zu finden, auf der wir uns gegenseitig erzählen können Was ist uns eigentlich wichtig? Und worum geht es uns? Prozesse auszuhandeln.
Ralf: Also eigentlich mit einem liebevollen Gespräch oder in einer konstruktiven Atmosphäre? Ja, wie soll ich es sagen?
Friederike: Genau das mache ich mir kaputt, wenn ich in diesem Ärger, wenn ich quasi diesen Ärger nähre in Form eines Machtkampfes.
Moritz: Am Ende kann es ein Machtkampf sein, der vielleicht auch einfach zum Alltag in der Familie dazugehört.
Ralf: Ja, ich glaube, hier brauchen Eltern auch ein Gespür dafür, wann sie ein Kind vielleicht auch unverhältnismäßig einschränken oder vielleicht auch den Moment verpassen, wo das Kind ohne Filter und zeitliche Begrenzung eigenverantwortlich mit ihnen mit dem Handy umgehen könnte.
Moritz: Ja, klar. Also ich finde, das ist ganz wichtig. Irgendwann ist eine Jugendliche oder ein Jugendlicher dann auch einfach alt genug oder besser, sagen wir mal reif genug, um all diese Fragen zu klären, die wir gerade besprechen. Also wie viel Zeit ist sinnvoll, Welche Inhalte will ich konsumieren?
Friederike: Ich glaube, dass es wichtig ist, dass mit dem Kind oder mit dem Jugendlichen auf jeden Fall regelmäßig auch zu besprechen und mal zu fragen Hast du den Eindruck, dass wir bestimmte Sachen einfach mal ohne Regulierung machen und ausprobieren, wie gut das alleine klappt? Und letztlich ist ja das Ziel, dass die Kinder und Jugendlichen das irgendwann ganz alleine schaffen. Und diese technischen Instrumente, die wir haben, sind ja letztlich wie Stützräder beim Fahrradfahren lernen, also-
Moritz: Macht man nicht mehr.
Friederike: Da geht es ja auch. Macht man nicht mehr, ist man von weg. Das stimmt.
Moritz: Mhm. Vielleicht ein gutes Argument von mir gewesen, Aber vielleicht wird es eine Zeit geben, wo man auch sagt Diese Bildschirmzeit, Leute, das war echt kontraproduktiv.
Friederike: Das kann total sein. Natürlich.
Ralf: Ich wünsche mir so oft mal, ich sag mal so, für eine Stunde im Jahr 2035 zu leben und genau solche Fragen zu klären, werden wir langfristig feststellen, dass man Zeiten begrenzen muss oder nicht? Ist es zielführend, Handys an Schulen zu verbieten oder sollte man eher erlauben? Wird man eines Tages mit Bestimmtheit sagen können, welches Alter das Richtige ist, um Social Media zu nutzen und wie man vor was weiß ich wie viel Jahren mal gesagt hat. Fahrradfahren lernt man am besten. Mit Stützrädern weiß man heute, dass man besser vorher Laufrad fahren sollte und was auch immer. Und von daher kann es sein, dass man eines Tages sagt, dass diese technische Begrenzung aus verschiedensten Gründen vielleicht einfach eine Sackgasse war.
Moritz: Aber das werden wir heute kaum klären können, weil du lebst halt einfach mal ne Viertelstunde in 10 Jahren.
Ralf: Leider nicht.
Moritz: Deshalb mein Vorschlag Zurück ins Jetzt. Fritzi, wie erlebst du Eltern? Ist die Menüführung von Family Link? Das habe ich mich eben gefragt schon oder gleich zu Anfang gefragt. Oder besser generell die Art und Weise der Bedienung von Bildschirmzeit, Family Link, der Freigabe usw ist das für die Eltern intuitiv zu bedienen?
Friederike: Grundsätzlich finde ich, ist da schon viel selbsterklärend. Meine Erfahrung ist, dass Apple es uns auf jeden Fall schwerer macht als Android bzw Google.
Moritz: Okay.
Ralf: Was würdest du sagen, ist da schlechter?
Friederike: Ich kann zum Beispiel nur eine Auszeit festlegen für eine bestimmte Zeit. Und es gibt manchmal so Parameter, die in Abhängigkeit zueinander stehen. Das macht es manchmal deutlich komplizierter. Also dass sich bestimmte Bildschirmzeit Begrenzung mit der Auszeit wieder aushebeln kann. Da muss man sehr genau lesen. Da gibt es immer Hinweise, auch bei Apple, wo wo noch mal genau beschrieben steht, worum es da geht. Und das muss man schon sehr genau lesen und versuchen zu verstehen oder sich eben ein bisschen Unterstützung holen, dass man das einmal gut versteht, wie die Sachen zusammenhängen.
Ralf: Zum Beispiel im Rahmen eines solchen Elternabend von Smiley e.V., der übrigens in Einzelnen Regionen von Niedersachsen und Nordrhein Westfalen durch eine Förderung der Stiftung Sparda Bank gegen eine Schutzgebühr bei uns angefragt werden kann. So vielleicht an dieser Stelle als Werbung. Wir werden das entsprechend verlinken, solange es noch Kapazitäten bei uns gibt.
Moritz: Ich habe eine ganz einfache Frage zum Abschluss Was ist so die größte Schwachstelle, die du feststellst?
Friederike: Schlechter Bildschirmzeit Code.
Moritz: Den die Kinder kennen.
Friederike: Also das ist das, was wir immer wieder hören, dass Kinder und Jugendliche berichten, wie mies die Codes ihrer Eltern sind und oder dass die Eltern die Codes verraten, damit sie kurz was einstecken können. Und dann vergessen sie, sie zu ändern.
Moritz: Da geht man zu einem Elternabend von smiley e.V., lässt sich das alles erklären und dann verbockt man das alles so ganz nebenbei.
Friederike: Eltern sind schon auch eine große Schwachstelle.
Moritz: Wir Eltern sind die Schwachstelle. Liebe Fritzi, vielen, vielen Dank, dass du Zeit gefunden hast, hier bei uns im Podcast mitzumachen. Das erste Mal, dass du in unserem Podcast warst. Ich glaube, wir sollten viel mehr Teammitglieder von Smiley e.V. hier zu Wort kommen lassen. Nicht nur immer Ralf und mich. Von daher Danke, dass du hier warst.
Friederike: Vielen Dank. Hat mir Spaß gemacht. Tschüss.
Moritz: Bis dahin. Ciao.
Ralf: Tschüss.
Moritz: Da die Zeit schon sehr fortgeschritten ist, versuche ich mich mal ganz kurz zu fassen mit dem, was ich jetzt hier noch auf meiner Themenliste habe. Letzte Woche hat das Bundesinnenministerium den Verein Muslim Interaktiv verboten. Die Begründung ist, dass dieser Verein das Demokratie und Rechtsstaat Prinzip ablehnt, also unter anderem und eine verfassungsfeindliche Grundhaltung aufweise. Und der Innenminister von Hamburg sprach jetzt in dem Zusammenhang von einem Schlag gegen den ich zitiere "modernen TikTok Islamismus". Und auch schon im Dezember 2024 hatte der Verfassungsschutz Baden Württemberg vor einem Islamismus von heute, der nicht mehr derselbe sei wie früher, der sich dann vielleicht früher eher so auf Demonstrationen oder so meinetwegen so zu erkennen gegeben hat, sondern dass also islamistische oder salafistische Prediger und Influencer heute sehr geschickt durch Social Media ganz gezielt junge Menschen für ihre islamistische Weltanschauung so gefunden haben.
Ralf: Ja, ich weiß was du meinst. Wir haben in einigen Folgen ja schon darüber gesprochen, wie Rechtsextremisten es zum Beispiel schaffen, durch die Dynamik von Social Media Kinder und Jugendliche zu erreichen. Ich denke aber, dass der Algorithmus beispielsweise von Tiktok generell jede Form von Polarisierung oder auch Radikalisierung unterstützt.
Moritz: Na klar. Und deshalb war es mir wichtig, auch auf diesen Teil von Propaganda einmal hinzuweisen.
Ralf: Es geht um Radikalisierung per Social Media.
Moritz: Was bestimmt auch in einer der nächsten Folgen wieder mal Thema sein wird.
Ralf: Wir sagen Danke fürs Zuhören. Wir freuen uns über Rückmeldungen über die üblichen Kanäle per Mail an podcast@smiley-ev.de, aber auch gerne über die üblichen Social Media Kanäle, die unter smiley-ev.de Kontakt zu finden sind. Auf Wiederhören.
Moritz: Tschüss.
Moritz: Also mir ist noch mal deutlich geworden, dass technische Lösungen alleine werden es nicht bringen.
Ralf: Nein.
Moritz: Und irgendwie bin ich da auch ein bisschen erleichtert, weil ich finde, dass eigentlich die Aufgabe von Eltern ist, die Kinder nicht, sagen wir mal so automatisch zu regulieren, sondern dass das Gespräch entsteht. Diese ganzen Konflikte haben ja auch immer irgendwie was Positives.
Ralf: Auch wenn es anstrengend ist.
Moritz: Ja, aber so ist das mit Kindern. Ciao.