Transkript:
Ralf: Mich fragt jemand: Wie alt muss ein Kind sein, um ein Smartphone zu besitzen? Und ich soll dann sagen: Ich kann die Frage nicht beantworten.
Intro
Ralf: Heute ist Montag, der 8. September 2025. Wir sind zurück aus der Sommerpause und es ist endlich Zeit für eine neue Folge "Was mit Medienerziehung", dem Podcast von Smiley e.V..
Moritz Der Verein smiley e.V. besucht Schulklassen, um eine verantwortungsvolle Form der Mediennutzung zu diskutieren, führt Elternveranstaltungen und Fortbildungen für Fachkräfte zum Thema Medienerziehung durch.
Ralf: Und in diesem von Aktion Mensch geförderten Podcast besprechen wir verschiedene Themen und Beobachtungen aus unserer praktischen Arbeit.
Moritz Und heute ist Montag, der 8. September 2025.
Ralf: Und das habe ich schon gesagt.
Moritz Okay, aber wir haben noch nicht gesagt, wie wir heißen.
Ralf: Nein, mein Name ist Ralf Willius und mir gegenüber sitzt mein Kollege Moritz Becker.
Moritz Hallo, Ich finde, dass mit diesen Intros immer. Mich nervt das so ohne Ende. Ich finde das so, wenn wir uns so abwechseln. Das wirkt total gestellt. Aber Intros sind immer schwierig in Podcasts.
Ralf: Wir müssen damit leben.
Moritz: Genau.
Ralf: Da machen wir doch holprig weiter. In unserem Podcast beginnen wir immer mit den Rückmeldungen zur letzten Folge. Und in diesem Fall ging es um Videos beispielsweise aus Kriegsgebieten, die nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene emotional berühren und uns vielleicht auf diese Weise empfänglich machen für - kann man sagen Verschwörungsmythen?
Moritz Ja, oder generell für sehr vereinfachte oder falsche Darstellungen oder Erklärungen, wenn es jetzt beispielsweise um Ursachen oder Schuldzuweisungen in Konflikten geht, also am Beispiel von Kriegen. Genau.
Ralf: Gab es denn Rückmeldungen?
Moritz Eine Rückmeldung hat uns auf Spotify erreicht. Sehr vereinfacht kann man jetzt noch mal zur letzten Folge sagen, dass wir zu dem Ergebnis kamen, dass ich mir darüber im Klaren sein muss, dass wenn ich jetzt ein Video auf TikTok gesehen habe, dass mich da vielleicht emotional sehr berührt hat, dass ich dann eigentlich merken muss, dass das nicht unbedingt eine realistische oder objektive Berichterstattung war, sondern einfach nur ein Video, was mich berühren soll, unabhängig vom Wahrheitsgehalt und das ich dann eigentlich anschließend mich ja auf die Suche machen muss, um zu überprüfen, ob das, was ich da gesehen habe oder was ich da rein interpretiere, wenn es von Belang ist, eben wirklich auch der Realität entspricht. Also so eine Art Faktencheck. Und hierauf bezieht sich die Rückmeldung. Ich lese einfach mal vor: "Alle Inhalte von Social Media als Fiktion zu klassifizieren, finde ich ungünstig. Denn die Authentizität von vielen Inhalten ist ja auch ein Wert in Social Media. Gerade, wenn wir über die Verbindung von Menschen aus marginalisierten Gruppen sprechen.
Ralf: Ich meine, per Social Media haben Menschen die Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen, die in klassischen Medien unter Umständen übergangen werden. Ich denke, dass auch das eine sehr wertvolle Funktion von Social Media ist.
Moritz Ja, deshalb finde ich den Hinweis auch so wichtig auf Menschen, die normalerweise auf die man nicht hört. Und ich denke, dass das ein Dilemma ist. Also wenn jetzt beispielsweise die Meinung von Randgruppen in klassischen Medien oder generell als zuverlässig geltende Online-Quellen nicht dargestellt werden, dann kann es sein, dass man auf diese Weise die Aussagen pauschal als unglaubwürdig einstuft. Weil du hast ja keine zweite Quelle. Wenn das jemand sagt so, hallo hier, ich habe das aber genauso erlebt.
Ralf: Obwohl es unter Umständen zuverlässige Quellen sind, die auf diese Art und Weise berichten, wie es. Ich benutze jetzt mal den Begriff etablierte Medien aus irgendwelchen Gründen nicht tun, obwohl es eine wahrheitsgemäße Darstellung ist.
Moritz Und der Punkt ist tatsächlich in der letzten Folge ein wenig zu kurz gekommen. Also ich habe mir unser Gespräch noch mal vor dem Hintergrund auch noch mal angehört. Und ich glaube, dass zu Medienkompetenz im Prinzip auch gehört, die Authentizität nicht nur von Inhalten, sondern auch von Influencern oder Influencerinnen oder von Social Media Profilen einschätzen zu können.
Ralf: Das heißt, auch wenn ich jetzt den konkreten Bericht nicht verifizieren kann, brauche ich die Fähigkeit zu erkennen, ob diese Person was eigentlich...?
Moritz Na ja, ob sie die Autorität hat, dass ich ihr glauben kann. Also dazu würde gehören, vielleicht zu überprüfen. Was hat die Person noch veröffentlicht? Was für Videos sind außerdem in dem Kanal zu finden? Oder vielleicht auch die Kommentare zu lesen und zu gucken, wer sind die Menschen, die in den Kommentaren vielleicht ähnlich argumentieren oder dem Inhalt so zustimmen?
Ralf: Ich überlege gerade. Vielleicht sollten wir einfach mal so eine Art Anleitung formulieren, wie ich die Glaubwürdigkeit von Social-Media-Accounts oder Influencer oder Influencerinnen überprüfen kann.
Moritz Ja, schreibt es doch einfach mal auf unsere viel zitierte Liste der Themen, die wir in den nächsten Folgen dann abzuarbeiten haben.
Ralf: Apropos Liste. Diese ganzen Dinge möchte ich heute mit dir besprechen, Moritz.
Moritz Das sieht nach richtig Arbeit aus. Ich habe auch einige Punkte.
Ralf: Kommen wir erstmal zum heutigen Thema.
Moritz Mir hat neulich jemand einen Sozialpädagogen-Witz erzählt und der ging etwa so. Man fragt einen Sozialpädagogen nach der Uhrzeit und er antwortet: Es kommt darauf an.
Ralf: Okay.
Moritz Und ich glaube, es ist tatsächlich ein bisschen was dran, dass wir Pädagoginnen und Pädagogen, auch im Bereich Medienpädagogik auch viele Eltern vielleicht tatsächlich so wirken, dass eine eigentlich konkrete Frage, auf die man eine ganz eindeutige Antwort geben könnte.
Ralf: Ja, wie die Frage nach der Uhrzeit zum Beispiel.
Moritz Eine einfache Frage, wie die Frage nach der Uhrzeit. Und wir beantworten die damit. Es kommt darauf an.
Ralf: Aber ich glaube, dass viele Fragen tatsächlich sich auch nicht so ganz eindeutig beantworten lassen. Mit einer ganz simplen Formulierung sage ich mal In meinem beruflichen Alltag sind Fragen oft viel komplexer, als dass es mit einem Satz nur geht.
Moritz Ja, gerade wenn du über Erziehung sprichst und das wird in vielen Fällen wirklich auch so sein. Ich glaube aber, dass für viele Eltern zum Beispiel die Frage, ab wie viel Jahren kann mein Kind ein eigenes Smartphone haben? Also aus der Perspektive der Eltern durchaus vergleichbar ist, wie die Frage nach der Uhrzeit.
Ralf: Klar, und da erwarten Eltern in diesem Fall eine klare Altersangabe. Meinetwegen 14 Jahre.
Moritz Und was antwortest du?
Ralf: Ja klar, es kommt drauf an!
Moritz Genau. Und darüber möchte ich mit dir in dieser Folge nachdenken. Worauf kommt es eigentlich an?
Ralf: Das wäre ja geil, wenn ich dann in Zukunft auf diese Frage nicht mehr mit, es kommt darauf an, antworten müsste.
Moritz Genau damit alle Klischees bestätigt.
Ralf: Sondern in einem oder vielleicht zwei Sätzen wirklich so antworten kann, dass sie damit was anfangen können.
Moritz Also wir. Wir haben einfach mal eine Folge gemacht. Wann ist der richtige Zeitpunkt für das eigene Smartphone oder so? Ich glaube, die würde ich jetzt schon empfehlen zum Weiterhören. Aber da waren wir noch nicht so konkret. Also wirklich, lass uns das jetzt mal wirklich.
Ralf: Okay, ich frage dich jetzt einfach ganz konkret: Wie alt muss ein Kind sein, damit es ein eigenes Smartphone haben darf?
Moritz Gegenfrage: Was ist ein eigenes Smartphone?
Ralf: Ein Smartphone?
Moritz Ja.
Ralf: Das ist ein mobiles, Internet fähiges Gerät.
Moritz Die Betonung liegt auf eigenes.
Ralf: Ach so, ich dachte, du wolltest jetzt mit dir grundsätzlich von vorne anfangen. Nein, nein. Ein eigenes Smartphone ist für mich, dass das Kind oder der Jugendliche zu 100 % selbst entscheiden kann, was es damit macht. Dass es zwar schon Regeln für die Nutzung gibt, meinetwegen so, aber das schon klar ist, dass das Gerät so im Sinne von Eigentum dem Kind und nicht den Eltern gehört.
Moritz Ja, und das finde ich erst mal ganz wichtig, dass wir hier nicht über Handys oder Smartphones sprechen, die den Kindern zur Verfügung gestellt werden und das Kind vielleicht auch manchmal den Eindruck hat, dass es dem Kind gehört. Das Smartphone. Aber wenn ich jetzt zum Beispiel einem Kind ein Smartphone zu Weihnachten schenke, dann würde ich sagen, ist das Handy Eigentum des Kindes. Wenn ich jetzt aber sage, das Kind bekommt ein Smartphone zur Verfügung gestellt, damit es kommunizieren kann in einer Zeit, in der eben auch über Chats kommuniziert wird, dann ist das mit verschiedenen Einschränkungen meinetwegen, dass man sagt, es soll in der Küche genutzt werden.
Ralf: Okay, in verschiedenen Folgen haben wir über die Idee des Familienhandys ja schon gesprochen, das das Kind begleitet, die ersten Schritte mit dem Smartphone machen kann. Dass es nicht im Sinne von Eigentum dem Kind gehört, aber die Eltern wohlwollend oder von den Eltern das Gerät wohlwollend zur Verfügung gestellt wird.
Moritz Und das in dieser Anfangszeit dann vielleicht auch idealerweise immer so in der Anwesenheit der Eltern oder nur in der Küche, wenn die Eltern dabei sind, im Wohnzimmer oder so verwendet werden kann.
Ralf: Okay, dann stelle ich die Frage noch mal: Wie alt muss das Kind sein, damit es ein eigenes Smartphone haben kann?
Moritz Um jetzt nicht zu sagen. Es kommt darauf an, sage ich gleich, es kommt auf die Fähigkeiten und Eigenschaften des Kindes.
Ralf: Okay!
Moritz Ein Mensch. Also ich sage jetzt mal bewusst nicht Kind, muss ein Gefühl dafür haben, wer die Dinge, die ich im Internet schreibe oder die Daten, die ich hinterlasse, einsehen kann. Also das heißt, ich muss mir darüber im Klaren sein, an welchen Stellen Kommunikation verschlüsselt ist, welche Datenspuren ich hinterlasse, auf welche Daten in meinem Smartphone eine bestimmte App wie viel Zugriff hat. Ich muss ein grobes Gefühl dafür haben, ob es sich lohnt, für gewisse Online-Dienstleistungen mit Daten zu bezahlen. Für mich gehört auch dazu, zu wissen, wie ich mein Profil auf Social Media auf privat stelle und wie ich das hinkriege, dass keine Fremden Zugriff auf meine Daten haben.
Ralf: Okay, das ist aus meiner Sicht ein Teil von, ich sage mal klassischer Medienkompetenz im Sinne von bedienen können. Dazu würde ich auch noch zählen, dass ich generell in der Lage bin, die Technik zu beherrschen, dass ich ausreichend lesen und schreiben kann.
Moritz Ja, wobei lesen und schreiben können macht vieles einfacher. Aber ich glaube schon, dass es auch Menschen gibt, die jetzt von Analphabetismus betroffen sind, die technisch so medienkompetent sind, dass sie trotzdem verantwortungsvoll mit ihren Daten und der Technik des Smartphones umgehen können im Sinne von Barrierefreiheit.
Ralf: Ich habe jetzt über Lesen und Schreiben an Kinder gedacht, die das noch nicht in der Schule gelernt haben. Aber du hast schon recht. Aber das heißt, ein wichtiger Punkt ist Ich muss mit Technik vertraut sein, mich grob auskennen, was Datenschutz angeht und sollte nicht naiv alles anklicken, was mir irgendjemand zugeschickt hat.
Moritz Und was interessant ist.
Ralf: Ja, was interessant ist.
Moritz Der nächste Punkt wäre, dass ich darauf verweisen würde, dass es wichtig ist, dass das Kind mit Konfliktsituationen online umgehen kann. Also kennt es Strategien, um bei Konflikten in Chatgruppen eingreifen zu können, ohne sich selber in Gefahr zu bringen. Weiß es, wie ich auf Social Media problematische Inhalte melde? Das ist so ein Mittelding zwischen technischer Medienkompetenz und der Kompetenz, zu wissen, dass Kommunikation online nicht zu 100 % genauso funktioniert wie Kommunikation offline.
Ralf: Und dann wären wir da beim Punkt Sozialkompetenz. Wenn ich in einer Konfliktsituation in einer Chatgruppe zum Beispiel das Problem gar nicht wahrnehme, bei Cybermobbing einfach weiter scrolle. Das wäre auch für mich ein Argument gegen ein eigenes Smartphone.
Moritz Ja, oder schlimmer noch. Wenn ich als Vater oder Mutter davon ausgehen muss, dass das eigene Kind aus mangelnder Sozialkompetenz andere Kinder im Internet aktiv angreifen würde.
Ralf: Klar, wenn ich ein Kind habe, was auf dem Schulweg ständig Streit sucht, wird das Kind aus dem gleichen Bedürfnis heraus online auch ständig Streit suchen, sage ich mal.
Moritz Und dann wäre ein eigenes Smartphone ja fahrlässig.
Ralf: Ich glaube aber, dass genau das oft passiert, dass Eltern wissen, das Kind hat ein problematisches Sozialverhalten, sie aber trotzdem ein Smartphone bekommen.
Moritz Ja, und da würde ich sagen, dass dieses Kind kein eigenes Smartphone im Sinne von Besitz oder Eigentum braucht, sondern maximal eins benutzen sollte, wo die Eltern dann in irgendeiner Form begleiten. Also ob das jetzt im Gespräch ist oder beispielsweise durch technische Filter oder so? Das möchte ich an dieser Stelle gar nicht diskutieren.
Ralf: Ja, aber zumindest wäre es nicht richtig zu sagen: Das ist dein Handy und du entscheidest, was du damit machst.
Moritz Genau. Genau so und also ich fasse mal zusammen. Das Kind muss technisch mit dem Smartphone umgehen können, muss ein Gefühl für Daten und Privatsphärenschutz haben, braucht ausreichend Sozialkompetenz, um mit anderen Menschen verantwortungsvoll kommunizieren zu können und braucht Strategien, um mit Problemen umgehen zu können.
Ralf: Zum letzten Punkt wäre vielleicht auch noch zu sagen, dass ein Kind nicht alles selber können muss, sondern im kritischen Moment weiß, an wen es sich wenden kann.
Moritz Das ist ein ganz wichtiger Punkt.
Ralf: Es geht nicht darum, keine Probleme im Internet zu haben, sondern es geht darum, mit Problemen im Internet umgehen zu können.
Moritz Ich glaube, das war auch das, was wir in der anderen Folge, die ich nachher noch zum Weiterhören empfehlen will, nochmal ganz deutlich herausgearbeitet haben.
Ralf: Klar, früher oder später wird es zwangsläufig mit schockierenden Inhalten konfrontiert und dann ist wichtig, jemanden zu haben, mit dem ich darüber sprechen kann.
Moritz Und da freut man sich als Eltern vielleicht, wenn man als Eltern dann angesprochen wird. Es ist aber vielleicht auch ein gutes Gefühl für Eltern, zu wissen, dass da jemand anders ist, an den sich das Kind wenden kann. Also gute Freundinnen oder Freunde vielleicht oder so, und ich glaube, das ist das Nächste, was wir auf unserer Checkliste vermerken sollten. Wie ist das Kind insgesamt aufgestellt?
Ralf: Was meinst du jetzt mit aufgestellt?
Moritz Es kommt darauf an! Nein, es klingt immer so doof, aber es kommt darauf an, ob das Kind sich beispielsweise unwohl fühlt. Also ich denke, dass ein Kind, das in der Schule gemobbt wird und in der Freizeit wenig andere soziale Kontakte außerhalb der Schule hat, gefährdeter ist, sich im Internet auf Risiken einzulassen, wie beispielsweise jetzt die Kommunikation mit Fremden, als andere Kinder.
Ralf: Wir haben doch eben darüber gesprochen, dass es wichtig ist zu erkennen, wo ich Daten hinterlasse und dass ich meine Privatsphäre schütze.
Moritz Ja, aber wir haben über das Wissen gesprochen. Ich glaube, dass es eben Kinder gibt, denen durchaus klar ist, dass es riskant ist, an der einen oder anderen Stelle mit einem öffentlichen Profil unterwegs zu sein. Aber aus der empfundenen Einsamkeit heraus, machen sie dann mehr oder weniger bewusst genau das trotzdem.
Ralf: Klar, in einer Krisensituation nützt das ganze theoretische Wissen unter Umständen nichts. Auch ein Thema, über das wir ganz häufig in diesem Podcast schon gesprochen haben.
Moritz Ja, und ein und dasselbe Onlineangebot kann bei zwei unterschiedlichen Kindern oder Jugendlichen, die unterschiedlich emotional stabil sind, völlig unterschiedlich wirken. Also wenn wir jetzt mal an so TikTok Trends denken, also beispielsweise Skinny Tok, also wo dann vermeintliche Vorbilder mehr oder weniger ich sage jetzt mal ganz einfach Essstörungen verherrlichen.
Ralf: Ja, weil der Hashtag "Skinny Tok" hat bei TikTok, der wurde deaktiviert, weil der Trend tatsächlich sehr problematisch für viele Kinder und Jugendliche war.
Moritz Ja, also trotzdem besteht das Problem weiter. Also was ich an dieser Stelle wichtig finde, ist, dass es Jugendliche gibt, die sind eher angewidert von, sagen wir mal, Schönheitsidealen, die in manchen Videos dort verherrlicht werden oder wurden. Also wirklich diese sehr abgemagerten Körper, während andere Jugendliche auf einmal für sich das Gefühl haben, dass es ihnen hilft, wenn sie beispielsweise anfangen, die sehr problematischen Abnehmtipps dort umzusetzen, die dann quasi dadurch angesprochen werden, während andere eher angewidert sind.
Ralf: Das heißt, hier ist wichtig, dass die Eltern einschätzen können müssen, wie anfällig das eigene Kind für genau solche Trends oder Challenges ist.
Moritz Ja, das käme jetzt auf die Checkliste. Ist das Kind emotional stabil?
Ralf: Und wenn nicht.
Moritz Dann ja, dann braucht das Kind auch hier wieder eine entsprechende Begleitung und idealerweise kein eigenes Smartphone, mit dem es zu 100 % tun und lassen kann, was es will.
Ralf: Ich weiß gar nicht, ob dieses zu 100 % tun und lassen können. Immer gleich das wie soll ich das jetzt formulieren? Auch bei meinem eigenen Smartphone können Eltern doch auch erwarten, dass das Kind sich an Regeln hält.
Moritz Na ja, also diese Regeln heißen Gesetze.
Ralf: Ja, klar. Ich muss nicht als Vater die Regel aufstellen, dass Kinder keinen Hakenkreuzsticker verschicken.
Moritz Ja, genau. Und das ist. Da fällt mir noch was ein, was ich dir erzählen wollte. Ich habe irgendwo, ich glaube, auf Instagram, eine Kachel gesehen, wo darauf hingewiesen wurde, dass seit dem 1. September 2025 das unaufgeforderte Versenden von Penisbildern so Dickpics endlich strafbar ist.
Ralf: Das ist doch schon lange strafbar. Wir thematisieren das ständig in Schulklassen, dass es sich um eine Straftat handelt, wenn jemand unaufgefordert irgendwelche Dickpics geschickt werden. Und das ist leider etwas, was vor allem Mädchen zum Teil immer wieder auf Social Media aushalten müssen. Ich wüsste nicht, dass es bis zum 1. September in Deutschland erlaubt war.
Moritz War es auch nicht, aber in Österreich. Und die Kachel bezog sich auf die Gesetzeslage in Österreich. Und in den Kommentaren waren einige dabei, die dann auch nicht sofort verstanden haben, dass es sich hier um die österreichische Gesetzgebung handelte. Also in Deutschland ist das unaufgeforderte Versenden von Pornografie und nach Paragraph 184 verboten. Okay, dann kann ich jetzt diesen Punkt von meiner Liste streichen. Haben wir drüber gesprochen? Zurück zum Thema.
Ralf: Wie wir eben gesagt haben, die Gesetze regeln das Miteinander im Internet. Und an diesem Gesetz muss ein Kind sich natürlich auch halten.
Moritz Wie im Straßenverkehr?
Ralf: Ja, genau.
Moritz Du darfst nicht ohne Licht mit dem Fahrrad auf der Straße herumfahren, wenn es draußen dunkel ist. Das wollen Eltern auch nicht, dass die Kinder das machen. Das musst du aber nicht jetzt als Regel aufstellen, sondern eigentlich müssen sie nur sagen, du hältst dich bitte an alle Verkehrsregeln. Vielleicht noch mit dem Hinweis, dass man nachts das Licht anmachen muss. So als Erinnerung an die, an die Gesetze, die es da gibt.
Ralf: Ja klar, beim Fahrradfahren würde es ja unter Umständen auch so Regeln aufstellen, dass meinetwegen bei irgendwelchen Temperaturen auf jeden Fall auch eine Jacke zu tragen wäre.
Moritz Aber was nicht gesetzlich vorgeschrieben ist.
Moritz Genau.
Moritz Ja, nehmen wir das Beispiel Fahrradhelm. Der ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Aber viele Eltern erwarten von ihren Kindern, dass sie nur mit Fahrradhelm fahren.
Ralf: Ja, und erwarten vor allen Dingen auch, dass es nicht an der nächsten Ecke der Helm abgesetzt wird, weil das peinlich ist oder so.
Moritz Und da reden wir jetzt über Vertrauen und Vertrauen zwischen Eltern und Kindern. Das ist jetzt also die anderen Punkte, die wir aufgelistet haben. Da geht es ja um Kompetenzen des Kindes. Und ich glaube, dass dieses Vertrauen zwischen Eltern und Kindern ist jetzt nicht zwangsläufig eine Kompetenz des Kindes. Es ist aber enorm wichtig für die Entscheidung der Eltern, wann das Kind dann tatsächlich das eigene Smartphone haben kann.
Ralf: Ich glaube, dass es Eltern viel leichter haben, die ich sage jetzt mal einen guten Draht zu ihren Kindern haben und über alles sprechen können. Und zumindest über fast alles.
Moritz Zumindest über das, was wirklich relevant ist. Ich denke auch, dass das ein ganz großes Glück ist, wenn ich als Vater oder Mutter weiß, dass mein Kind im Zweifelsfall zu mir kommt und berichtet, wenn da online irgendwo etwas vorgefallen ist.
Ralf: Ist das Glück?
Moritz Ja klar. Frag mal Eltern, bei denen das nicht so ist.
Ralf: Nein, ich überlege gerade, ob es wirklich Glück ist oder nicht. Vielleicht ist es auch das Ergebnis einer jahrelangen Beziehungsarbeit, bevor überhaupt. Bevor wir übers Smartphone sprechen.
Moritz Das heißt, du meinst, da geht es nicht um Glück, sondern das ist ein spannender Gedanke. Das heißt, dass diese Situation, dass das Kind weiß, ich kann meinen Eltern vertrauen, wenn ich ihnen erzähle, dass mir das und das passiert ist. Ist keine Glückssituation, sondern das ist das Ergebnis von gelungener Erziehung oder Beziehung.
Ralf: Ja.
Moritz Und das ist das Ergebnis aus allen möglichen Situationen, die passiert sind, als die Kinder noch viel kleiner waren, als es noch lange nicht um Smartphones ging oder so. Und dann ist es nicht Glück, sondern etwas, wo du als Vater oder Mutter weißt Mensch, mein Kind hat mir schon immer das und das erzählt oder gebeichtet, sage ich jetzt mal und es gibt Kinder, wo man weiß, die haben schon immer die größte Scheiße gebaut und ich habe es dann immer zufällig rausgefunden.
Ralf: Aber gleichzeitig ist es dann auch wichtig im Sinne von Abnabelung, dass ein sehr inniges Verhältnis, in dem man über alles sprechen kann, dann doch zu einer Art Eltern Kind Verhältnis wird, wo das Kind auch Bereiche hat, wo es nicht alles erzählt.
Moritz Ja, trotzdem glaube ich, dass man auf die Checkliste setzen kann. Ist die Beziehung zwischen Eltern und Kindern so vertrauensvoll, dass ich erwarten kann, dass das Kind sich zum einen an Absprachen hält, aber auch, dass es mir vertraut, wenn Dinge schiefgelaufen sind, dass man mir das als Vater oder Mutter erzählen kann.
Ralf: Und was mache ich, wenn ich zu dem Ergebnis komme, dass ich meinem Kind nicht vertrauen kann?
Moritz Ja, Ich finde es aber auch völlig in Ordnung, dem Kind beispielsweise auch hier ganz offen zu sagen, dass man nicht unbedingt davon ausgeht, dass das Kind in einer Krise sich an mich jetzt beispielsweise als Vater wendet und dass das auch völlig in Ordnung ist, wenn es beispielsweise Anlaufstellen im Internet kennt oder die Nummer gegen Kummer, an die man sich dann wenden kann.
Ralf: Ja, oder auch die guten Freunde, von denen wir eben sprachen.
Moritz Ja, das ist ja noch viel komplizierter, weil es ist ja auch so, dass wir als Eltern akzeptieren müssen, dass ein Kind in der Pubertät Reibung sucht. Also das heißt, ein Kind braucht Konflikte. Und das sind oft die Eltern, diejenigen, die das dann halt auch ausbaden müssen.
Ralf: Ja klar, Rebellion gehört zur Jugend irgendwie dazu.
Moritz Na ja, da muss ich mich unter Umständen dann darauf einstellen, wenn ich jetzt ein sehr rebellisches, wenn ich das mal so sagen darf Kind habe. Das ist dann, was ja auch ganz normal ist, dass ich dann wahrscheinlich auch viel mehr Diskussionen haben werde, was irgendwie die Mediennutzung betrifft.
Ralf: Ja, eine gute Beziehung bedeutet ja nicht, dass es jetzt nicht auch mal Streit gibt.
Moritz Nein, auf gar keinen Fall. Und hier finde ich wichtig, deutlich zu machen, dass es notwendigerweise Betätigungsfelder braucht, um sich zu reiben. Und es gibt aber auch Betätigungsfelder, die sich eher nicht eignen, um die Eltern zu provozieren. Also das heißt, andere Leute im Internet fertig machen, um am Ende einen Streit mit den Eltern vom Zaun zu brechen, ist vielleicht nicht ganz so sozial kompetent wie beispielsweise, ich sag jetzt mal, du hast ja eben von Regeln gesprochen. Also ich sag mal, da gibt es dann die Absprache, meinetwegen ab 21:00 wird nichts mehr mit dem Handy gemacht und das Kind chattet bis vier, um einen Konflikt mit den Eltern zu haben. Und das finde ich schon auch. Ähm.
Ralf: Ja. Ich überlege gerade, wie wir das jetzt auf unsere Checkliste schreiben.
Moritz Wir schreiben: Wie heftig ist die Pubertät gerade.
Ralf: Mit Blick auf die Uhr. Möchte ich diese Formulierung jetzt nicht weiter diskutieren.
Moritz Ich finde die gut. Es gibt wahrscheinlich noch viel mehr Aspekte, aber so einen Punkt, den wir jetzt noch gar nicht besprochen haben, ist. Welche Hobbys und Interessen hat das Kind, außer dass es ein eigenes Smartphone haben möchte?
Ralf: Daran habe ich eben auch noch mal gedacht. Um tatsächlich eine gute Balance zwischen Online und offline Aktivitäten zu haben, braucht das Kind ein Interesse, abseits der Onlineaktivitäten.
Moritz Kann das Kind sich zeitlich regulieren und das Smartphone an die Seite legen, wenn andere wichtige Dinge zu erledigen sind?
Ralf: Und wenn das Kind keine Dinge wichtig findet? Außer Smartphone wird hier nicht eine Balance zu sein.
Moritz Übrigens, weißt du, was wir komplett übersehen haben?
Ralf: Nein.
Moritz Wir beantworten gerade die Frage: Wie alt muss ein Kind sein, um ein Smartphone zu bekommen?
Ralf: Stimmt, wir haben kein einziges Mal über das Alter geredet.
Moritz Ich glaube, dass genau das der erste Teil der Antwort sein muss oder so etwas wie, ja vielleicht sogar ein Eingeständnis, dass man die Frage nach dem Alter, also auch jetzt wir beide als Mega-Experten gar nicht beantworten können.
Ralf: Das heißt, mich fragt jemand: Wie alt muss ein Kind sein, um ein Smartphone zu besitzen? Und ich soll dann sagen: Ich kann die Frage nicht beantworten.
Moritz Ja, zumindest ist das eine korrektere Antwort, als zu sagen, es kommt drauf an!
Ralf: Die Antwort könnte auch lauten: Das Alter ist gar nicht so entscheidend wie andere wichtige Punkte. Denn wenn es darum geht, ein eigenes Smartphone zu bekommen.
Moritz Ja und wenn die Person sich dann dafür interessiert, dann kann sie ja die Frage stellen: Auf was kommt es denn jetzt an?
Ralf: Und dann?
Moritz Und dann erwartet eine Person vielleicht auch eine komplexe Antwort und halt nicht 14.
Ralf: Und dann antworte ich.
Moritz Ich bin gespannt.
Ralf: Das Kind muss technisch mit dem Smartphone umgehen können. Es sollte ein Gefühl für Daten und Privatsphärenschutz haben. Es braucht ausreichend Sozialkompetenz, um mit anderen Menschen verantwortungsvoll kommunizieren zu können. Und es braucht Strategien, um mit Problemen umgehen zu können oder muss wissen, an wen man sich wenden kann. Es sollte auf jeden Fall emotional stabil sein und das Vertrauen zwischen Eltern und Kindern sollte vorhanden sein. Kann ich erwarten, dass das Kind sich zum Beispiel in Absprachen hält? Eltern müssen einschätzen und bedenken, wie heftig die Pubertät gerade ist. Welche Hobbys und Interessen hat das Kind, außer das eigene Smartphone und kann das Kind sich zeitlich regulieren und das Smartphone an die Seite legen, wenn andere wichtige Dinge zu erledigen sind?
Moritz Ich glaube, dass manche Punkte sich wahrscheinlich auch überschneiden. Und was wir jetzt nicht direkt angesprochen haben, ist auch die Fähigkeit, beispielsweise Falschmeldungen oder Lügen zu erkennen. Und der von uns genannte Punkt des Vertrauens zwischen Eltern und Kindern kann sicherlich dann auch vielleicht Defizite in anderen Bereichen wieder ein Stück weit kompensieren. Aber im Prinzip würde ich sagen, ist das eine sehr gute Antwort. Mein lieber Ralf.
Ralf: Sehr schön. Dann kommen wir jetzt zu meiner anderen Liste hier.
Moritz Oh weia, ich habe gerade festgestellt, alles auf meiner Liste ist nicht so wirklich wichtig. Das können wir alles ein andermal besprechen.
Ralf: Das heißt, ich darf den kompletten und sonst Teil für unsere Podcastfolge alleine gestalten.
Moritz Und dann moderiere ich das jetzt mal an. Also unser Hauptthema haben wir besprochen. Ralf, ist sonst noch was?
Ralf: Oh ja, wir wurden im Medienmagazin von Radio eins empfohlen. Stimmt. Und zwar wurden unsere beiden Folgen zum Thema Smartphone Verbot an der Schule dort sehr positiv hervorgehoben.
Moritz Und vor allen Dingen unsere differenzierte Art, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Ralf: Da habe ich mich auf jeden Fall sehr darüber gefreut. Ich möchte noch über etwas Unschönes reden mit dir. Und zwar hat sich in den USA ein Jugendlicher das Leben genommen, nachdem er seine Selbsttötungsgedanken mit ChatGPT diskutiert hat.
Moritz Damit habe ich mich auch beschäftigt. Die Eltern haben ChatGPT oder OpenAI, besser gesagt vorgeworfen, dass ChatGPT ihren Sohn dabei unterstützt hat, sich das Leben zu nehmen.
Ralf: Mich hat es an eine Diskussion von vor vielen Jahren erinnert. Damals ging es auch um die Frage, ob das damals aufkommende Internet nicht ein großes Problem sei, weil du auch per Google oder sonstwo im Internet auf einmal Anleitungen finden kannst, wie man sich das Leben nehmen kann.
Moritz Das stimmt. Ich erinnere mich an eine Tagung, bei der ich war, als ich noch das ewig her, da habe ich gerade im Jugendzentrum gearbeitet. Und da wurde in einem Vortrag davor gewarnt, dass Jugendliche nicht nur im Internet lesen können, wie man sich suizidiert, sondern auch, dass es Communities gab, oder vielleicht gibt es ja auch sogar noch, in denen sich junge Menschen dann zu kollektiven Suiziden verabredet haben.
Ralf: Genau an solche Situationen musste ich auch denken. Ich war damals nicht so sicher, ob man dem Internet nicht viel zu viel Raum einräumt, wenn man die Ursache für den Suizid dort sucht, wo ich Informationen bekomme. So wie ich ihn möglichst effizient durchführen kann, oder ob das Problem nicht am Ende doch bei Menschen liegt, die das Bedürfnis hatten, im Internet zu suchen. Wie man mir, ja wie man sich das Leben nimmt.
Moritz Ich glaube, dass der Punkt, an dem wir uns gerade befinden, ist der, dass das Arbeiten mit ChatGPT eine Art Beziehung mit einer Form von Intelligenz suggeriert, also eine echte Beziehung in der Form für Menschen in Not.
Ralf: Wir hatten noch drüber gesprochen, als wir uns mit MetaAI dem Chatbot von WhatsApp auseinandergesetzt haben.
Moritz In einer Folge im Frühjahr.
Ralf: Genau.
Moritz Ich glaube, das, was in so einer Chatbot Situation entsteht, ist so eine Art empfundene Beziehung. Dass ich also nicht nur letztendlich, wenn ich mich schon entschieden habe. Irgendwie erfahre, wie ich mir das Leben nehme, sondern dass in dieser Beziehung ich unter Umständen mir eine Beratung erhoffe. Ob es vielleicht wirklich sinnvoll ist, sich das Leben zu nehmen über einen längeren Zeitraum.
Ralf: Stimmt. Und das ist was anderes. ChatGPT hat zumindest verbesserte Maßnahmen angekündigt, die dann entsprechend Nutzerinnen und Nutzern zu einer Beratungshotline veranlassen.
Moritz Dann liegt da vielleicht sogar eine Chance. Also ich kann mir vorstellen, dass auf diese Art und Weise, also durch das Chatten mit einer künstlichen Intelligenz ChatGPT unter Umständen feststellen kann, hier ist ein Mensch in einer großen Krise. Also in der Art und Weise, wie die Person chattet. Und das heißt, auf diese Weise kann den Menschen vielleicht sogar noch besser geholfen werden, als wenn sie ChatGPT nicht genutzt hätten. Das ist jetzt eine Vision. Ich weiß nicht, ob das jetzt so ist. Ich glaube eher nicht.
Ralf: Ja, aber da hat Open AI ja ganz pragmatische Ideen. Zum Beispiel soll es eine Kindersicherung für ChatGPT geben. Ich weiß nicht ganz genau, wie das konkret aussehen wird, aber Eltern sollen zukünftig kontrollieren können, wie die KI auf die Kinder reagiert. Ich bin sehr gespannt, wie das dann praktisch aussehen soll. Auf jeden Fall soll es dann auch möglich sein, dass Eltern benachrichtigt werden, wenn eine Notlage festgestellt wird. So wie du es gerade im Prinzip schon beschrieben hast.
Moritz Ich glaube, dass dieser ganze Kram immer positiv und negativ zugleich ist. Also wenn Menschen an Informationen kommen, kannst du gute und schlechte Informationen bekommen. Du kannst jetzt dank Google und anderen Suchmaschinen Beratungsstellen finden, die ohne Internet nicht gefunden worden wären. Und ich glaube, dass da wirklich eine Chance darin liegen kann, dass ein Chatbot feststellen kann, dass hier ein Mensch gerade in einer tiefen Krise steckt.
Ralf: Das ist eine unglaubliche Verantwortung, die da bei der KI liegt.
Moritz Ja, genau wie so oft. Also ich glaube, dass die Verantwortung und KI, also diese ganzen ethischen Auseinandersetzungen, Riesenthema werden wir bestimmt noch oft drüber sprechen.
Ralf: Mit Blick auf die Uhr. Noch ein letzter Punkt. Die Bundesbildungsministerin Karin Prien hat eine achtzehnköpfige Fachkommission mit dem Namen "Jugendschutz in der digitalen Welt" vorgestellt. Bis 2026 sollen dann konkrete Handlungsempfehlungen vorliegen, wie Kinder und Jugendliche im Internet besser geschützt werden können. In der Kommission sitzen verschiedene Expertinnen und Experten. Und rate mal, wer nicht dabei ist?
Moritz Ja, wir beide.
Ralf: Stimmt. Nein, Kinder und Jugendliche werden nicht beteiligt. Und die Bundesschülerkonferenz bzw. der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Quentin Gärtner, hat jetzt die Zusammensetzung der Kommission kritisiert. Im Bayerischen Rundfunk sagt er. Fragt uns doch mal, was wir brauchen, um vernünftiger mit Social Media umzugehen? Wir sind die Experten für unser Leben.
Moritz Das wäre mal was. Die jungen Leute beteiligen.
Ralf: Genau. Jetzt habe ich hier noch ein bisschen Werbung auf meinem Zettel stehen. Ich wollte noch darauf hinweisen, dass du bei Campus und Karriere im Deutschlandfunk eine Stunde lang als Experte zu hören warst und außerdem in SWR Kultur ein schönes Interview gegeben hast.
Moritz Danke, dass du das sagst. Also hätte ich darauf hingewiesen, hätte das ziemlich arrogant gewirkt.
Ralf: Ja, und wenn ich es nicht. Wenn ich es verschwiegen hätte, dann hätte es so ausgesehen, als wenn ich eifersüchtig wäre, dass du mit anderen auch über solche Themen sprichst und nicht nur mit mir.
Moritz Aber mit dir macht es am allermeisten Spaß.
Ralf: Wir verlinken beides auf jeden Fall. Folge zum weiteren hatten wir eigentlich schon, dass wäre: Wann ist der Zeitpunkt für das erste eigene Smartphone vom 18. März 2024?
Moritz Genau. Ich glaube, da gibt es einige Überschneidungen zwischen beiden Folgen. Aber ich glaube, das ist nicht wirklich schlimm.
Ralf: Nö.
Moritz Von daher.
Ralf: Auf Wiederhören.
Moritz Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Ich finde das mit der KI und Verantwortung..
Ralf: Ja.
Moritz Also mir ist ja auch immer wieder klar geworden, was für unfassbare Möglichkeiten im Guten und im Schlechten es da gibt. Also wir haben da eben so lapidar drüber gesprochen. Ich muss echt noch mal in mich gehen.
Ralf: Ja, das wäre echt auch eine Folge. Also ein Thema für eine ganze Folge.
Moritz Ja, ja.
Ralf: Denken Sie mal drüber nach.