Die Digitalisierung des Alltags erleichtert vieles: Informationen verbreiten sich schneller, gemeinsame Aktionen lassen sich leichter planen, und die Identifikation mit einer Gruppe Gleichgesinnter steigt, sobald regelmäßig Nachrichten die Runde machen.
Gleichzeitig können sich Prozesse verselbstständigen und den Alltag komplizierter machen. Gerüchte verbreiten sich rasend schnell, Missverständnisse im Chat führen zu Konflikten, die sich oft unerwartet außerhalb der Gruppe entladen. So erleben Lehrkräfte bei Elternabenden häufig, dass scheinbar alle Eltern plötzlich der Meinung sind, dass zu viele Hausaufgaben aufgegeben werden, Stunden ausfallen oder eine bestimmte Lehrkraft ungerecht handelt – oft ausgelöst durch Diskussionen in WhatsApp-Gruppen.
Dieses Phänomen sorgt bei vielen Erzieherinnen und Erziehern in Kitas für Verzweiflung. Engagement der Eltern ist grundsätzlich positiv – problematisch wird es, wenn Diskussionen hysterisch oder alarmiert geführt werden.
Wie kommt es, dass aus kleinen Anlässen in WhatsApp-Gruppen schnell empfundene Katastrophen werden? Durch welche Mechanismen fühlen sich laute Minderheiten legitimiert, ihre Sichtweise als „Meinung der gesamten Elternschaft“ darzustellen? Wie können Lehrkräfte während Elternabenden angemessen auf aufgebrachte Gruppen reagieren? Und vor allem: Wie lassen sich solche Konflikte von vornherein verhindern?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Fortbildung. Dabei werden unter anderem Hilfestellungen vermittelt, wie mit einer aufgebrachten Elternschaft umgegangen werden kann, und Wege aufgezeigt, Eltern zu einer konstruktiven digitalen Vernetzung anzuleiten.