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„Ein Tag ohne Handy ist wie ungesalzene Pommes“

Veröffentlichung der qualitativen Zusatzbefragung „JIMplus Nahaufnahmen 2009“

Stuttgart, 18. August 2010 – Jugendliche schätzen am Handy neben den verschiedenen Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit Familie und Freunden vor allem die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten: „Ich kann mit dem Handy alles: Radio hören, Musik hören, ins Internet gehen, SMS schreiben und telefonieren“. Es ist substanzieller Bestandteil des Alltags und vor allem viele Mädchen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren möchten nicht auf ihr Handy verzichten. „Ein Tag ohne Handy ist als würde ich sterben“ sagte beispielsweise eine 18-Jährige. Dennoch wäre für die Mehrzahl der Jugendlichen ein temporärer Verzicht auf das Handy annehmbar und manche würden einen Tag ohne Handy sogar als positiv empfinden:
„Ein Tag ohne Handy ist ein Tag Entspannung“. Dies sind einige Ergebnisse
der qualitativen Zusatzbefragung „JIMplus Nahaufnahmen 2009“, die heute erstmals online (www.mpfs.de) publiziert wird.
Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-
Württemberg (LFK), sagte zur Veröffentlichung der Studiendokumentation: „Die ‚JIMplus Nahaufnahmen 2009’ ergänzen die repräsentativen Daten der JIM-Studie 2009 um interessante Einzelmeinungen und vertiefende Aspekte. Die Lebenswelt Jugendlicher und ihr alltägliches Medienverhalten werden anhand der beispielhaften Ergebnisse dieser qualitativen Zusatzbefragung konkretisiert und veranschaulicht.“
Beim Thema Internet zeigt sich in der Zusatzbefragung, dass bei aller Selbstverständlichkeit im Umgang auch die Gefahren des Internets ein wichtiges Thema sind, mit dem sich Jugendliche auseinandersetzen. Nach Meinung der Befragten sind Viren oder Hackerangriffe eine der größten Bedrohungen aus dem Netz. Die Aussagen der Befragten zeigen des Weiteren, dass das Bewusstsein für problematische Verhaltensweisen im Internet wie Cybermobbing durchaus vorhanden ist: „Gerüchte werden gestreut“, „dass gelogen wird über mich“. Der Umgang mit diesen Gefahren der Onlinewelt ist vielseitig und reicht von völliger Vermeidung („Ich gehe selten ins Internet“) bis zur bewussten Problembekämpfung („Ich lösche alles oder gehe zu meinen Eltern“).
„JIMplus Nahaufnahmen 2009“ ist eine neue Studie des  medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (LFK, LMK), die in Zusammenarbeit mit der SWRMedienforschung als qualitative Nachbefragung zur JIM-Studie 2009 konzipiert wurde. 102 Befragte der JIM-Studie 2009 wurden einige Monate nach der Erstbefragung erneut telefonisch interviewt und zu Einstellungen und Hintergründen ihrer Mediennutzung befragt. Die Studiendokumentation bildet neben den Ansichten und Überzeugungen der befragten 12- bis 19-Jährigen deren medialen Alltag auch anhand von selbsterstellten fotographischen Dokumentationen ab.

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet auf Basis von rund 1.200 Interviews im Jahresturnus das Medienverhalten der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland ab.
Die nächste JIM-Studie (JIM-Studie 2010) erscheint im November 2010.
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR) und der Zeitungs Marketing Gesellschaft mbH & Co. KG (ZMG). Bei Fragen steht Ihnen Sabine Feierabend, Fon 0711/9291593 zur Verfügung.

(Quelle: Pressemitteilung vom 18. August 2010)

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