Snapstreak

Urlaubsvertretung bei Snapchat

Für Menschen in wichtigen Funktionen muss es eine Urlaubsvertretung geben. Aber was ist wirklich wichtig? Für viele Kinder und Jugendliche sind es die Snapchat-Flammen und dazu wird auch im Urlaub ausreichend Internet benötigt – oder eben eine Vertretung.

Vor einer Reise mit der Familie gibt es bei vielen Kindern und Jugendlichen eine ganz zentrale Frage: „Haben wir im Urlaubsquartier WLAN?“. In Elternveranstaltungen vor den Sommerferien fragen traditionell viele Eltern nach, warum die eigenen Nachkommen unbedingt jeden Tag Internetzugang brauchen. In diesem Jahr hat es einen besonderen Grund (wie wir aus den Klassenworkshops vor den Sommerferien erfahren haben): die Flammen bei Snapchat!

Snapstreak
Bei diesen Flammen handelt es sich um den sogenannten Snapstreak – einer Anzeige neben einer Flamme, an wie vielen Tagen sich zwei Snapchat-Nutzer jeweils mindestens einmal täglich gegenseitig ein Bild per Snapchat geschickt haben. Haben sich also zwei Nutzer an mindestens drei Tagen infolge ein Bild geschickt, ist neben dem Kontakt eine Flamme mit der Zahl 3 zu sehen.
Schickt einer der beiden Nutzer 24 Stunden lang kein Bild, erlischt die Flamme und die Zahl verschwindet. Das würde passieren, wenn jemand nun tatsächlich für 24 Stunden keinen Internetzugang hat – bspw. im Urlaub.

Snapchat: Kommunikationsmedium und Spiel
„Mir sind die Flammen eigentlich egal, aber mit meiner besten Freundin habe ich einen Score von über 100. Da wäre es schon ärgerlich, wenn die Flammen weg wären“, erzählt eine Schülerin, „Vor allem, weil sie dann mit jemand anderem mehr Flammen hätte als mit mir“. Was hier nach einem kleinen simplen Spiel klingt, ist sicher auch einer der Gründe für den Erfolg von Snapchat. Auf spielerische Art und Weise wird hier scheinbar Freundschaft bzw. die Intensität der Freundschaft visualisiert. Dass das natürlich nicht zu ernst zu nehmen ist, ist den meisten klar- aber so ganz egal ist die angezeigte Zahl dann doch nicht.

Urlaubsvertretung
Was ist also zu tun? „Bevor ich mit meinen Eltern nach Ägypten fliege, gebe ich meiner Freundin mein Passwort“, lautet die Lösung einer Schülerin, „Sie schickt dann meinen Kontakten jeden Tag ein Bild“. Wäre Snapchat ein Spiel, wäre diese Strategie absolut genial. Allerdings ist Snapchat mehr als das und jeder Nutzer von sozialen Netzwerken wird bei dieser Idee zusammenzucken. Die Weitergabe von Nutzername und Passwort gilt als Risiko, man gibt schließlich einer anderen Person die Möglichkeit, mit allen Kontakten schreiben. Kurz: im schlimmsten Fall kann jemand in die eigene Snapchat-Identität schlüpfen.
Nun hilft es oft wenig, Jugendlichen zu raten, die Flammen zu ignorieren und einfach in den Urlaub zu fahren. Vielen Erwachsenen fällt es schwer, die Welt von Snapchat nachzuvollziehen. Mitunter deshalb werden sie von vielen Kindern und Jugendlichen als Ratgeber in diesem Bereich kaum ernstgenommen. Wichtiger wäre hier, pragmatische Empfehlungen zu geben, wie ein Missbrauch des Passworts reduziert werden kann. Ganz klar: ideal wäre natürlich aus Sicht des Schutzes des Accounts, auf die Flammen zu verzichten, wenn kein Internet verfügbar ist. Wer allerdings nicht darauf verzichten möchte, braucht Ideen zur möglichen Schadensbegrenzung oder Risikominimierung.

Tipp #1: Wem vertrauen?
Die „Vertretung“ sollte idealerweise eine entsprechend vertrauensvolle Person sein. Hier liegt oft das Problem, wenn von Kindern und Jugendlichen Beziehungen falsch eingeschätzt oder auch überschätzt werden. „Vertraue niemandem“ als Ratschlag ist wenig hilfreich. Konstruktiver wäre es, wenn Eltern helfen zu überlegen, wem hier vertraut werden kann. Es muss auch klare Absprachen geben, dass die Vertrauensperson tatsächlich nur wegen der Flammen snappen darf und keine Kontaktanfragen etc. bearbeitet.

Tipp #2: Vertretung offensichtlich machen
Das Wichtigste ist, vor der Weitergabe allen Kontakten zu schreiben, wer nun über den Account zu erreichen ist. Vielleicht kann das sogar mit der Bitte versehen werden, vorerst keine inhaltlich privaten Nachrichten zu schicken, sondern lediglich Bilder als Selbstzweck zur Erhaltung des Snapstreaks. Schön auch die Idee eines Schülers, allen Kontakten zu schreiben, dass der „Urlaubsmodus“ bspw. per Whatsapp beendet wird. „Meine Kontakte wissen, dass ich per Whatsapp schreibe, wann ich wieder Zuhause bin.“ So kann also verhindert werden, dass die Vertretung die Identität durch scheinbares Zurückkehren übernimmt.

Tipp #3: Passwort ändern
Vor allem nach der Rückkehr sollte das Passwort schnellstens geändert werden – ggf. aber auch extra vor der Weitergabe des Account. Das ist vor allem wichtig, falls das Passwort nach einer bestimmten Systematik gewählt wurde und mit der Kenntnis auf andere Passwörter geschlossen werden kann.

Vertretung entstresst
Eventuell lohnt sich die Weitergabe des Accounts auch, wenn nicht mit Abwesenheit von WLAN zu rechnen ist. „Ich habe meinen Account auch weitergegeben, obwohl es in unserer Ferienwohnung immer Internet gab“, berichtete eine Schülerin, „So konnte ich richtig Urlaub machen und hatte mein Smartphone manchmal zwei Tage lang aus.“

Dieser Beitrag wurde am 17.06.2017 verfasst.



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